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14.09.2016

Kurz vor Abschluss: Conwert verkauft Gewerbeimmobilien mit GSK Stockmann

Der Immobilienkonzern Conwert gibt für rund 335 Millionen Euro einen Großteil des Bestands an Gewerbeliegenschaften ab, die das Unternehmen nicht zum Kernbestand rechnet. Laut einer Ad-hoc-Mitteilung steht die Firma kurz vor dem Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit einer internationalen Investorengruppe. Diese bleibt in der Aussendung ungenannt.

Christian Thiele

Christian Thiele

Die geplante Transaktion ist ein Asset Deal nach deutschem Recht. Bei der Investorengruppe handelt es sich nach JUVE-Informationen um einen deutschen Private-Equity-Investor. Das fragliche Portfolio umfasst 36 Büro- und Handelsimmobilien in Österreich und Deutschland. Sie bieten eine Nutzfläche von insgesamt 207.000 Quadratmetern und stellen nach Firmenangaben 40 Prozent aller Nicht-Kernimmobilien dar.

Das Signing erwartet Conwert für Ende September nach einer abschließenden Due Diligence, auch wettbewerbsrechtliche Genehmigungen stehen aus. Das Closing ist für das vierte Quartal 2016 geplant.

Im Bericht über das erste Halbjahr 2016 hatte Conwert Immobilien im Wert von 521 Millionen Euro zum ‚Nicht-Kernportfolio Gewerbe‘ gezählt. Dabei handelte es sich um 2.030 Einheiten mit einer Nutzfläche von 382.000 Quadratmetern, die sich weitgehend außerhalb der Großräume München, Leipzig und Wien befinden.

Insgesamt liegt der Immobilienbestand von Conwert zu 76 Prozent in Deutschland und zu gut 22 Prozent in Österreich. Den Schwerpunkt bilden die knapp 21.600 Mieteinheiten im Kernbereich Wohnen, die knapp 81% des Gesamtbestands ausmachen. Zu den zentralen Märkten in Deutschland zählen Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Dresden und der Großraum Berlin.

Berater internationale Investorengruppe
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Christian Thiele, Dr. Stefanie Fürst – aus dem Markt bekannt
Schönherr (Wien): Dr. Michael Lagler – aus dem Markt bekannt

Berater Conwert
GSK Stockmann (München): Dr. Maximilian Schilling (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Dirk Koch (Steuerrecht), Wolfgang Jegodka (Kartellrecht; Berlin); Associates: Kerstin Franke (Immobilienrecht)
bpv Hügel (Wien): Dr. Michaela Pelinka (Liegenschaftsrecht), Dr. Elke Napokoj (Kapitalmarktrecht), Stefan Gaug (Vertragsrecht); Associates: Dr. Franz Stenitzer (Kartellrecht), Katharina Wilding (Liegenschaftsrecht; Rechtsanwaltsanwärterin)
Inhouse Recht (Wien): Dr. Clemens Billek (Leiter Corporate Legal), Julia Weber (Recht Österreich), Julia Holdhaus (Recht Deutschland)

Hintergrund: Die Federführung in der Transaktion lag auf Grund der starken Deutschlandbezüge bei den Kanzleien Latham & Watkins in Hamburg für den Käufer und GSK Stockmann in München für Conwert. GSK beriet Conwert bereits zuvor gelegentlich, im konkreten Fall kam das Mandat über bpv Hügel in Wien an die Kanzlei. Beim Erwerb eines deutschen Immobilienportfolios von GE Capital Real Estate im Spätsommer 2013 hatte Conwert ein Frankfurter Ashurst-Team beauftragt. Der damals federführende Partner Marc Bohne ist inzwischen für Goodwin Procter tätig.

Für österreichische Rechtsfragen zog das Latham-Team die Wiener Kanzlei Schönherr hinzu. Im vergangenen Jahr war ein Schönherr-Team um Partner Dr. Sascha Hödl aufseiten der Deutsche Wohnen beim letztlich erfolglosen, öffentlichen Übernahmeangebot für Conwert tätig. Auf Verkäuferseite übernahm bpv Hügel österreichrechtliche Aspekte. (Raphael Arnold)

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