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31.01.2017

Im Gespräch: Dieter Thalhammer über den jüngsten Wachstumsschub von Eisenberger & Herzog

Die inzwischen rund 60 Juristen zählende Kanzlei Eisenberger & Herzog hat im Dezember fünf neue Partner ernannt. Damit steigt die Zahl der Equity-Partner mit einem Schlag auf 16. Dr. Dieter Thalhammer zu den Hintergründen.

Dieter Thalhammer

Dieter Thalhammer

 JUVE: Fünf neue Equity-Partner sind eine Menge, in den vergangenen Jahren gab es meist nur eine, maximal zwei Partnerernennungen. Steckt dahinter ein Strategiewechsel?

Dr. Dieter Thalhammer: Nein, einen Strategiewechsel würde ich das nicht nennen. Wir wollen einfach jüngeren Kollegen früher als bisher die Chance geben, Equity-Partner zu werden. Wir setzen ein Signal, dass man bei uns – insbesondere wenn man von Anfang an dabei ist – gute Karten hat. Dass es nun gleich fünf neue Equity-Partner geworden sind, war Zufall, weil sie alle aus einer Generation stammen und ähnlich lang dabei sind. Zudem haben sie alle fachlich und unternehmerisch das Zeug dazu und passen menschlich sehr gut zu uns.

Wie würden Sie die Nachwuchsstrategie beschreiben?

Wir halten den frühzeitigen Aufbau einer neuen Partnergeneration mit guten Leuten über verschiedene Praxisgruppen hinweg für sinnvoll. Dies bringt die Kanzlei insgesamt und die einzelnen Praxisgruppen voran. Der Standort, an dem man arbeitet, spielt für die Partnerchancen dabei keine Rolle. Wir denken als Gesamtkanzlei und bieten von allen drei Standorten unsere Leistungen österreichweit an.

Wo kommt das Geschäft für so viele neue Partner her?

Die neuen Partner gehören überwiegend unterschiedlichen Praxisgruppen an und haben dort jeweils seit Jahren erfolgreich mitgearbeitet und ein ansehnliches Geschäft aufgebaut. In den Praxisgruppen Corporate, Finance, Real Estate oder auch im Öffentlichen Recht sind wir teilweise im Markt zwar breit aufgestellt, auf der Partnerebene im Vergleich zu Mitbewerbern wie Schönherr und Wolf Theiss aber noch recht schlank. Außerdem haben wir aus Fehlern anderer Kanzleien gelernt, die an falscher Nachwuchsarbeit zerbrochen sind. Wir wollen daher kontinuierlich die nächste Generation aufbauen.

Wird es daher bei E&H in Zukunft keine Non-Equity Partner mehr geben?

Im Grunde wollen wir unsere Leute zügig zur Equity-Partnerschaft führen und dabei nicht lauter verschiedene Modelle fahren. Gerade im Fall von externen Wachstumsschritten wird man aber weiterhin nicht sofort eine Vergesellschaftung vornehmen. Das ist doch ganz normal.

Über die fünf neuen Equity-Partner hinaus ist im Jänner Michael Lehotzki von der RBI zu Ihnen gekommen. Was sind hier die Hintergründe?

Wir kennen Michael Lehotzki bereits seit vielen Jahren und haben bei zahlreichen Finanzierungen schon mit ihm zusammengearbeitet. Er hat einen sehr guten Namen im Markt und stellt eine große Bereicherung für unsere Banking & Finance-Praxis dar. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam den Erfolg auch in diesem Rechtsbereich weiter ausbauen können.

Wie sieht nun die Perspektive für den Nachwuchs aus?

Natürlich können wir nicht jedes Jahr fünf Partner machen, aber wir wollen weiter wachsen und haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, auch Partner zu werden, bei uns hoch ist. Einen konkreten Plan oder gar Vorgaben für jährliche Partnerernennungen gibt es nicht. Es wird wohl eher im moderaten Rahmen sein, ähnlich der Vorjahre. Ein weiterer Sprung wie zuletzt ist im Moment nicht absehbar.

Das Gespräch führte Claudia Otto.

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