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22.03.2017

Im Gespräch: Alexander Petsche macht aus Katzen Herdentiere

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Dr. Alexander Petsche Managing-Partner bei Baker & McKenzie in Wien. Im Interview spricht er über die Themen, die ihn in seiner neuen Funktion umtreiben und in welcher Hinsicht er seine Kanzlei als Vorreiter in Österreich sieht.

Alexander Petsche

Alexander Petsche

JUVE: Wie viel Prozent Ihrer Zeit entfällt auf Ihr neues Amt?

Dr. Alexander Petsche: 10 bis 15 Prozent meiner Zeit entfallen auf meine Aufgabe als Managing-Partner. Bei einer 60-Stunden-Woche sind das etwa vier Tage im Monat. Bei uns soll das kein Fulltime-Job sein, um daneben den Klientenkontakt aufrechtzuerhalten. Aber natürlich ist auch hier mal mehr zu tun, das schwankt.

Was sind Ihre Aufgaben als Managing-Partner?

Ich habe drei wesentliche Aufgaben. Erstens, die Firmenstrategie im österreichischen Markt umzusetzen. Also für die Umsetzung der Strategie von oben nach unten zu sorgen. Zweitens, eigene Ideen und Produkte aus unserem Büro nach oben zu tragen. Drittens habe ich eine Koordinationsfunktion, damit wir als Gruppe funktionieren. Denn in gewisser Weise sind Anwälte ja Einzelgänger wie Katzen – ich bin also dazu da, aus Katzen Herdentiere zu machen.

Was ist beispielsweise so ein eigenes Produkt?

Das Online-Magazin „Digital Wave“. Als erste Kanzlei in Österreich setzen wir voll auf das Thema Digitalisierung. Diese Initiative unseres Büros tragen wir auch in die globale Firma. Auf der von uns aufgesetzten Homepage, die seit September online ist, beantwortet ein Team laufend Fragen, die sich Unternehmenslenker und Rechtsabteilungen angesichts der Digitalisierung stellen. Übrigens ein schönes Beispiel für unsere globale Initiative, über Innovationen die Zusammenarbeit mit den Klienten zu verbessern.

Aus wem besteht dieses Team?

Den Kern des Digitalisierungsteams bilden Marc Lager, Partner für Kartell- und Vertriebsrecht, Dr. Lukas Feiler, Leiter des IT- und IP-Teams, und Dr. Philipp Maier, der das Wiener Arbeitsrechtsteam leitet.

Gibt es in diesem Zusammenhang konkrete Fachbereiche, die die Kanzlei ausbauen möchte?

„Digital Wave“ hat für alle Praxisgruppen positive Auswirkungen, als nächstes wollen wir Bank- und Gesellschaftsrechtler einbinden. Darüber hinaus sind aber auch White-Collar-Crime und Compliance wachsende Geschäftsfelder für uns. Ebenfalls sich stark entwickelnde Bereiche sind Private Enforcement, Energie-Arbitration und Investment-Arbitration, die an der Schnittstelle verschiedener Praxisgruppen sitzen.

Welche Rolle nehmen Sie dabei ein?

Ich habe eine koordinierende und unterstützende Funktion. Leadership bedeutet ja nicht, Leuten zu sagen, was sie zu tun haben, sondern sie zu unterstützen, Dinge umzusetzen.

Das Gespräch führte Claudia Otto.

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