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13.12.2017

Immofinanz: Russland-Geschäft mit Eisenberger & Herzog verkauft

Die Immofinanz hat ihre fünf Moskauer Einkaufszentren an die russische Fort Group verkauft. Der Kaufpreis beträgt rund 900 Millionen Euro. Es handelt sich um eine der größten Immobilientransaktionen eines österreichischen Unternehmens in diesem Jahr. Zudem ebnet die Veräußerung den Weg für eine Wiederaufnahme der Fusionsgespräche mit der CA Immo. 

Wilfried Seist

Wilfried Seist

Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines Share-Deals. Dem Abschluss ging ein zweijähriges Bieterverfahren voraus. Als finanzierende Bank begleitete die Sberbank die Transaktion.

Der Wiener Immobilienkonzern nimmt über den Verkauf nach der Ablösung von Kreditlinien 72 Millionen Euro ein. Weitere 14,5 Millionen soll die auf Einzelhandelsimmobilien fokussierte Fort Group aus St. Petersburg Anfang 2022 bezahlen. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen über erfolgsabhängige Zahlungen von knapp 130 Millionen Euro, die ebenfalls 2022 fällig werden. Aus einem Steuerrückerstattungsverfahren könnten der Verkäuferin zusätzlich mehr als 14 Millionen Euro zufließen.

Schon seit dem Frühjahr 2016 wollte sich die Immofinanz aufgrund des schwierigen Marktumfelds von seinen russischen Einkaufszentren trennnen. Der Verkauf war eine Voraussetzung für den geplanten Zusammenschluss mit der österreichischen Konkurrentin CA Immo.

Ohne das Russlandgeschäft besitzt die Immofinanz ein Immobilienvermögen von rund 4,2 Milliarden Euro, das sich auf mehr als 250 Objekte verteilt. Das Unternehmen ist in Wien und in Warschau an der Börse gelistet.

Berater Fort Group
Doralt Seist Csoklich (Wien): Dr. Wilfried Seist, Dr. Christoph Diregger
Inhouse Recht (St. Petersburg) – aus dem Markt bekannt

Alric Ofenheimer

Alric Ofenheimer

Berater Immofinanz
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Alric Ofenheimer (Federführung), Dr. Clemens Lanschützer (beide Corporate/Real Estate), Dr. Marcus Benes (Finance), Ulrike Sehrschön (Regulatory), Dr. Dieter Thalhammer, Judith Feldner (beide Antitrust); Associates: Dr. Christopher Engel (Graz), Krzysztof Nowak, Ladislav Bulajcsik, Adela Ibrakovic (alle Corporate/Real Estate), Dr. Laurenz Liedermann (Graz), Karoline Hofmann (beide Finance), Lukas Cavada (Antitrust)
Linklaters (Moskau): Lev Loukhton (Federführung; Corporate/M&A), Xavier Hunter (Real Estate/Finance), Evgeniya Rakhmanina (Antitrust); Associates: Adam Rogowski, Joshua Swerner, Robin Burkill (alle Corporate/M&A), Anna Saenko, Alina Reznichenko, Nikolay Altukhov (alle Real Estate/Finance)
Inhouse Recht (Wien): Richard Bauer (Leiter Rechtsabteilung), Maria Kadlets – aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuern (Wien): Klaus Dorner (Leiter Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Sberbank
Schönherr (Wien): Miriam Simsa – aus dem Markt bekannt
Herbert Smith Freehills (Moskau) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Eisenberger & Herzog berät die Immofinanz laufend bei Transaktionen. Partner Ofenheimer ist bei M&A- und Immobilientransaktionen auch über die Grenzen Östereichs hinaus bekannt. Im Frühjahr begleitete er etwa die österreichische Tochter der deutschen ProSiebenSat.1-Gruppe, ProSiebenSat.1Puls4, beim Kauf des österreichischen Privatsenders ATV. Für das russische Recht kam aufseiten der Verkäuferin Linklaters zum Zug.

Doralt Seist Csoklich-Partner Seist ist einer der visibelsten Immobilienrechtler in Österreich und war vor einigen Jahren an einer Transaktion auf der Gegenseite der Fort Group beteiligt. So kam es, dass das Unternehmen die Kanzlei für die aktuelle Transaktion wählte. Die Due Diligence der russischen Projektgesellschaften erledigte die Fort Group intern. 

Die Schönherr-Anwältin Simsa ist seit Anfang 2017 Partnerin und hat einen Fokus auf Osteuropa. Sie gehört unter anderem zu dem internationalen Schönherr-Team, das die russische Sberbank im Rahmen der Restrukturierung des kroatischen Mischkonzerns Agrokor berät. (Claudia Otto)

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