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20.12.2017

Milliardenschweres Übernahmeangebot: Vonovia bietet mit Freshfields für Buwog

Die größte deutsche Immobiliengesellschaft Vonovia und ihr österreichischer Konkurrent Buwog haben einen Zusammenschluss vereinbart. Dazu plant der Bochumer Konzern, den Buwog-Aktionären im Februar ein Barangebot über sämtliche Anteile zu unterbreiten. Ziel ist die Übernahme von 50 Prozent plus eine Aktie.

Thomas Zottl

Thomas Zottl

Die Offerte bewertet das Unternehmen aus Wien mit rund 5,2 Milliarden Euro. Berücksichtigt sind dabei eventuelle neue Aktien aus den Buwog-Wandelschuldverschreibungen. Pro Aktie sieht das geplante Angebot einen Preis von 29,05 Euro vor. Das entspricht einem Aufschlag von gut 18 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Buwog am 15. Dezember. Der Buwog-Vorstandsvorsitzende Daniel Riedl und der Vorsitzende des Aufsichtsrats Vitus Eckert bringen ihre Anteile voraussichtlich in das Übernahmeangebot ein. Den Inhabern der Wandelschuldverschreibung bietet Vonovia gut 115.753 Euro in bar, der Nominalbetrag lautet auf 100.000 Euro.

Rund 85 Prozent der Buwog-Anteile lagen im Oktober in Streubesitz. Zu den größeren Einzelaktionären gehörten die institutionellen Investoren Blackrock, Fidelity und JP Morgan Chase, die jeweils um die fünf Prozent hielten.

Vonovia stemmt den Kauf über eine Fremdfinanzierung. Als beratende Bank steht dem Umternehmen die Investmentbank JP Morgan zur Seite.

Mit einem erfolgreichen Angebot würde Vonovia ihr Wohnungsportfolio in Österreich deutlich ausbauen, denn das Unternehmen käme dann auf landesweit 24.000 Einheiten. In Deutschland brächte die Buwog etwas mehr als 27.000 Mietobjekte ein. Als bedeutend gilt auch das Projektgeschäft der Buwog, die zuletzt 1.680 Einheiten in Bau hatte und die entsprechenden Investitionen auf mehr als 2,9 Milliarden Euro bezifferte.

Zudem erwartet der deutsche Immobilienkonzern, 30 Millionen Euro einzusparen, wenn er die Mietwohnungen in Deutschland und Österreich gemeinsam bewirtschaftet.

Vonovia meldete im Juni einen Wohnungsbestand von mehr als 352.000 Einheiten mit einem Verkehrswert von rund 30,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 614 Millionen Euro auf die gut 2.200 Einheiten in Österreich. Der Gesamtwert der Wohnungen im Bestand der Buwog lag Ende Juli bei gut 3,9 Milliarden Euro, davon machten deutsche Einheiten mit gut zwei Milliarden Euro etwas mehr als die Hälfte aus.

Berater Vonovia
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Andreas Fabritius, Rick van Aerssen, Dr. Gregor von Bonin (alle Düsseldorf), Dr. Thomas Zottl (Wien; alle Gesellschaftsrecht),  Dr. Mario Hüther (Frankfurt), Dr. Stefan Pachinger (Wien; beide Bank-/Finanzrecht), Dr. Katrin Gaßner (Düsseldorf; Kartellrecht), Dr. Martin Schiessl (Frankfurt; Steuerrecht), Dr. Thomas Müller-Bonanni (Düsseldorf; Arbeitsrecht); Associates: Dr. Ludwig Hartenau, Dr. Thomas Mollnhuber, Victoria Bazil (Rechtsanwaltsanwärterin; alle Wien), Dr. Timo U. Piller, Dr. Jonathan Boeckmann (beide Düsseldorf; alle Gesellschaftsrecht), Nina Heym (Mürnchen), Dennis Chinnow (Frankfurt; beide Bank-/Finanzrecht), Dr. Tobias Pukropski (Düsseldorf), Christoph Hinrichsen (Berlin), Maria Dreher (Wien; alle Kartellrecht)
Inhouse Recht (Bochum): Dr. Fabian Heß (Leiter Recht), Bernd Gremm, Daniela Renner (beide Legal Counsel Corporate/M&A)

Christian Herbst

Christian Herbst

Berater Buwog
Schönherr (Wien): Dr. Christian Herbst (Federführung), Dr. Robert Bachner, Dr. Sascha Schulz (alle Corporate/M&A), Volker Weiss (Competition)
Inhouse Recht (Wien): Dr. Paul Kozubek (Leiter Recht), Maria Wieshammer (Compliance)

Berater JP Morgan
Clifford Chance: Dr. Bettina Steinhauer, Philipp Kropatscheck (beide Akquisitionsfinanzierung; beide Frankfurt), Dr. Christian Vogel (Gesellschaftsrecht/M&A; Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt
Weber Rechtsanwälte (Wien): Prof. Dr. Stefan Weber (Federführung), Christoph Moser (beide Finanzierung) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Vonovia mandatierte Freshfields bereits mehrfach bei öffentlichen Übernahmen und Übernahmeversuchen, darunter im September 2016 beim Angebot für die Wiener Immobiliengesellschaft Conwert. An ihr hält Vonovia sämtliche Anteile, seit das Handelsgericht Wien im Oktober den Gesellschafterausschluss bewilligte.

Schönherr berät die Buwog mit einem Team um Partner Herbst. Dieses Mandat entstand aktuell im Zuge des Übernahmeangebots. Der Buwog-Aufsichtsratschef Vitus Eckert ist auch Partner der Badener Wirtschaftskanzlei Eckert Fries Prokopp. (Raphael Arnold)

Aktualisiert am 2. Januar 2017.

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