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24.07.2018

Steinhoff: Binder Grösswang, Dorda und Eisenberger beraten österreichische Gläubiger

Die Gläubiger des Möbelkonzerns Steinhoff sind bereit, dem angeschlagenen Unternehmen drei Jahre Zeit für die Restrukturierung zu geben und verzichten bis Ende 2021 auf Zins- und Tilgungszahlungen. Allein rund 7,5 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten betreffen österreichische Holding-Gesellschaften.

Markus Fellner

Markus Fellner

Das so genannte „Lock-Up Agreement“, das die drei Gläubigergruppen mit Steinhoff getroffen haben, umfasst einen detaillierten Zeit- und Maßnahmenplan und soll den Weg für eine langfristige Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten ebnen. Verhandelt wurde darüber seit Ende 2017, als die Möbelkette durch das Bekanntwerden von Bilanzunregelmäßigkeiten in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Steinhoff ist einer der größten globalen Möbelkonzerne mit mehr als 12.000 Standorten in über 30 Ländern und weltweit ungefähr 130.000 Mitarbeitern. Zuletzt hatte Steinhoff beziehungsweise deren Immobilientochter Hemisphere die österreichischen Möbelhäuser Kika/Leiner an die Signa Gruppe verkauft.

Berater Steinhoff
Fellner Wratzfeld (Wien): Dr. Markus Fellner (Restrukturierung/M&A; Federführung), Dr. Florian Kranebitter (Restrukturierung/Finanzierung), Dr. Paul Luiki (Corporate), Dr. Elisabeth Fischer-Schwarz (Insolvenzrecht), Benedikt Kessler (Bank- und Finanzrecht); Associates: Pia-Alena Havel, Julian Zarre, Philipp Bunzl (alle Corporate; alle Rechtsanwaltsanwärter)
Linklaters (London): Richard Bussel (Federführung), Rebecca Jarvis (beide Restrukturierung/Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt

Tibor Fabian

Tibor Fabian

Berater Gläubiger Steinhoff Europe
Co-ordinating Committee:
Allen & Overy (London): Earl Griffith (Restrukturierung), Andrew Trahair (Bank- und Finanzrecht; beide Federführung), Peter Hoegen (Restrukturierung; Frankfurt); Associate: Nick Lister, Christopher Kranz (Frankfurt; beide Restrukturierung)
Binder Grösswang (Wien): Tibor Fabian (Bank- und Finanzrecht), Gottfried Gassner (beide Federführung; Restrukturierung), Christian Klausegger (Dispute Resolution), Christian Wimpissinger (Steuern); Associates: Georg Wabl, Felix Kirkovits (Rechtsanwaltsanwärter; beide Restrukturierung), Maximilian Höltl, David Rötzer (Rechtsanwaltsanwärter; beide Bank- und Finanzrecht), Clemens Willvonseder (Steuern), Mona Holzgruber (Corporate; Rechtsanwaltsanwärterin)

Felix Hörlsberger

Felix Hörlsberger

Berater Ad Hoc Committee:
Latham & Watkins (Hamburg): Simon Baskerville (Federführung; London) Frank Grell; Associates: Dr. Daniel Splittgerber, Ed Richardson, Marc Hecht (alle Restrukturierung)
Dorda (Wien): Tibor Varga (Bank und Finanzrecht), Felix Hörlsberger (beide Federführung; Restrukturierung); Associates: Christoph Hilkesberger (Bank- und Finanzrecht), Magdalena Nitsche (Restrukturierung), Alexander Schopper (Corporate/Insolvenzrecht; beide Rechtsanwaltsanwärter)
Resor (Amsterdam): Lukas Kortmann (Bankrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Gläubiger Steinhoff Finance Holding
Eisenberger & Herzog (Wien): Marcus Benes (Federführung; Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt
Kirkland & Ellis (London): Sean Lacey (Federführung; Bank- und Finanzrecht); Associate: Ben Ward (Restrukturierung) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Es gibt wenige große österreichische Kanzleien, die in den vergangenen Monaten unberührt von der Causa Steinhoff geblieben sind. Am intensivsten war Fellner Wratzfeld eingebunden, die das Unternehmen schon seit mehreren Jahren in gesellschaftsrechtlichen Verfahren begleitet, zuletzt beim Verkauf von Kika/Leiner an René Benkos Signa-Gruppe. Das Mandat kam 2015 über eine Marktempfehlung zustande. In den vergangenen Monaten war ein großes Team um den Namenspartner Markus Fellner mit der Verhandlung des Lock-Up Agreements befasst.

Über Allen & Overy als Lead Counsel der internationalen Gläubigergruppe kam Binder Grösswang als Austrian Counsel ins Spiel. Das so genannte Co-ordinating Committee besteht aus den internationalen Banken und Investmentfonds als Gläubiger der österreichischen Steinhoff Europe Holding, die seit Dezember 2017 mit am Verhandlungstisch saßen.

Über einen Pitch sicherte sich Latham & Watkins die Beratung der Gläubigergruppe „Ad hoc Committee of SEAG Lenders“ bei der außergerichtlichen Restrukturierung der Verbindlichkeiten und holte Dorda als österreichischen Counsel hinzu. Beide Kanzleien arbeiten regelmäßig zusammen seit der ehemalige Dorda-Anwalt Dr. Rüdiger Malaun zu Latham nach München wechselte. Der federführende Londoner Partner Baskerville war im Sommer 2016 von Ashurst zu Latham gekommen.

Eine dritte Gläubigergruppe, die Convertible Bondholders der Steinhoff Finance Holding, wurde von Eisenberger & Herzog beraten. Das Immobilienteam der Kanzlei stand bereits beim Kika/Leiner-Verkauf an der Seite der Gläubigerbanken, damals gemeinsam mit Milbank Tweed Hadley & McCloy, bei der jetzigen Einigung war Kirkland & Ellis im Lead.  (Annette Kamps)

Wir haben den Artikel am 26. Juli ergänzt.

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