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24.01.2019

Notleidende Kredite: Wolf Theiss berät bei Kauf eines kroatischen Heta-Portfolios

Die Hypo-Abbaubank Heta hat sich von einer kroatischen Servicing-Plattform und einem Kreditportfolio getrennt. Das Gesamtpaket im Wert von rund 800 Millionen Euro geht an ein internationales Konsortium aus B2Holding und DDM Group. Die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

Andrea Gritsch

Andrea Gritsch

Es handelt sich um das größte Portfolio aus dem ehemaligen Kroatiengeschäft der Heta und besteht überwiegend aus Forderungen und Liegenschaften. Beide Käufer sind auf den Kauf und das Management notleidender Kredite spezialisiert und agieren europaweit. Die norwegische B2Holding bietet Schuldenlösungen für Banken und Finanzinstitue in mehreren euopäischen Ländern an. Sie hatte der Heta schon in der Vergangenheit Kreditpakete auf dem Balkan abgekauft. Auch die Schweizer DDM bringt jahrelange Erfahrung in der Rückforderung notleidender Vermögenswerte mit sich.

Auch aus Serbien verabschiedet

Erst im Dezember 2018 hatte die Heta einen wichtigen Meilenstein beim Abbau ihrer Vermögenswerte erreicht: Mit dem Verkauf sämtlicher Anteile an der Heta Leasing d.o.o. Beograd und der Heta Asset Resolution d.o.o. Beograd konnte sie sich aus dem operativen Geschäft in Serbien komplett zurückziehen. Mit dem nun verkauften Portfolio hat die Heta auch den Großteil ihrer kroatischen Verpflichtungen losgeschlagen.

Berater DDM/B2Holding
Wolf Theiss (Wien): Dr. Andrea Gritsch (Federführung), Leopold Höher, Luka Tadić-Čolić (Zagreb; alle Bankrecht/M&A), Roland Marko (IP/IT, Datenschutz), Dr. Günter Bauer (Kartellrecht), Christine Siegl (Bank- und Kapitalmarktrecht), Vedrana Ivekovic (Zagreb; Bank- u. Finanzrecht), Dr. Eva Stadler (Steuerrecht); Associates: Patricia Backhausen (Bank- u. Finanzrecht, Rechtsanwaltsanwärterin), Borna Dejanovic (Bank- u. Finanzrecht), Luka Colic (Corporate/M&A; beide Zagreb; beide Rechtsanwaltsanwärter)

Alexander Rakosi

Alexander Rakosi

Berater Heta Asset Resolution AG
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Dr. Alexander Rakosi (Corporate/M&A), Dr. Dieter Zandler (Kartellrecht), Dr. Johannes Juranek (IT/Datenschutz), Jelena Nushol (Bank- u. Finanzrecht; Zagreb); Associates: Lisa Oberlechner, Marie-Christine Lidl, David Kohl (alle Corporate/M&A; letztere zwei Rechtsanwaltsanwärter), Ana Erceg (Bank- u. Finanzrecht; Zagreb), Marija Zrno (Corporate/M&A; Zagreb)

Hintergrund: Für die frühere Hypo Group Alpe-Adria (HGAA) war Wolf Theiss lange Zeit Hauskanzlei. Nach der Verstaatlichung der Bank und der Gründung der Abbaugesellschaft Heta trennte sich die neue Geschäftsführung von ihren alten Beratern. Im Zuge des Abbaus von Heta-Beständen begleitete die Kanzlei mehrfach Käufer: 2013 beriet sie die Anadi Financial Holdings beim Kauf des Österreich-Geschäfts der Hypo, 2015 stand Gritsch dem US-Investor Advent beim Erwerb des Südosteuropa-Netzwerks der einstigen Hypo Alpe-Adria-Bank International zur Seite. Die jetzige Käuferin, DDM, lässt sich laufend von Wolf Theiss beraten, so auch im jetzigen Konsortium mit der B2Holding.

Neu im Management

Im Dezember 2018 wurde die Fintech-Expertin Gritsch neben Sebastian Oberzaucher, Dr. Claus Schneider und Dr. Richard Wolf ins Management-Team gewählt. Mit 37 ist sie nicht nur jüngste Partnerin im Management von Wolf Theiss, sondern zugleich die erste Frau.

CMS Reich-Rohrwig Hainz ist bei NPL-Transaktionen regelmäßig sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite tätig. So stand die Kanzlei bereits mehrfach an der Seite von DDM und B2Holding. Erst im März 2018 beriet Rakosi die B2Holding bei der Übernahme der französischen Négociation et Achat de Créances Contentieuses (NACC). NACC zählt zu den führenden Unternehmen im Bereich Forderungskauf und -management am französischen Markt.

Für ihre Stammmandantin Heta hatte die Kanzlei 2016 bereits die bislang größte kroatische Portfolio-Transaktion beraten, in der besicherte Kredite in Höhe von 272 Millionen Euro verkauft wurden. Aktuell laufen weitere Verkäufe in Bosnien-Herzegowina. Zudem vertritt CMS-Partner Prof. Dr. Johannes Reich-Rohrwig die Abbaugesellschaft an der Seite von Gleiss Lutz im Revisionsverfahren gegen ihre einstige Mehrheitseigentümerin, die Bayerischen Landesbank. (Annette Kamps)

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