Artikel drucken
12.02.2019

Innsbruck: Heid & Partner fokussiert Beratung von Tiroler Gemeinden

Die Kanzlei von Dr. Stephan Heid (52) setzt verstärkt darauf, Gemeinden in Tirol zu beraten. Dazu hat sie in Innsbruck einen Standort eröffnet und arbeitet in Zukunft mit Gemnova zusammen, einer Dienstleistungsgesellschaft des Tiroler Gemeindeverbands. Am Anwaltsmarkt vor Ort steigt damit neben Binder Grösswang eine zweite Wiener Kanzlei ein.

Stephan Heid

Stephan Heid

Heid & Partner bringt in die Zusammenarbeit mit Gemnova ihr bundesweit anerkanntes Know-how im Vergaberecht ein. Leiter der Innsbrucker Niederlassung ist Namenspartner Stephan Heid. Als Partner soll auch der als Rechtsanwalt und Bauingenieur qualifizierte Dr. Daniel Deutschmann Tiroler Mandate bearbeiten.

An ihr angestammtes Beratungsfeld Vergaberecht baut die Kanzlei mit dem Umwelt- und Liegenschaftsrecht an: Für das Umwelt- und Planungsrecht holte sie im Herbst vergangenen Jahres den Partner Dr. Berthold Lindner von Haslinger Nagele, für liegenschaftsrechtliche Causen ist die Konzipientin Natalie Maaß zuständig.

Mit diesem Fokus zielt die Kanzlei unter anderem auf kommunale Infrastrukturprojekte. Bislang begleitete sie in Westösterreich vor allem über die Landesgrenzen hinaus bedeutende Projekte wie den Brenner Basistunnel. Auch Kraftwerksvorhaben der Tiwag und die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Rotholz gehörten dazu.

Gemnova wickelt als Dienstleistungsgesellschaft des Tiroler Gemeindeverbands für dessen Mitglieder unter anderem Beschaffungs-, Personal- und Rechtsangelegenheiten ab und unterstützt Gebietskörperschaften bei Infrastrukturmaßnahmen, bei der Digitalisierung und den Kommunalfinanzen. Zum Spektrum gehören auch personalintensive Bereiche wie Deutschkurse für Migranten und die Tagesbetreuung von Schülern.

Insgesamt betreut das Unternehmen Projekte im Umfang von rund 350 Millionen Euro pro Jahr. Bei der Gemeindeverbands-Tochter laufen also viele Fäden zusammen. Wen die Gemeinden vor Ort beauftragen, liegt jedoch von Fall zu Fall in ihren Händen. Die Stadt Innsbruck etwa ist kein Mitglied des Gemeindeverbands und setzt als wichtiger Auftraggeber auch regelmäßig auf eigene Berater.

Kooperation löst Irritationen aus

Dessen ungeachtet sorgte die Zusammenarbeit der Kanzlei mit Gemnova bei Wettbewerbern teilweise für Stirnrunzeln. Manche halten einen geplanten gemeinsamen Marketingtermin von Gemnova und Heid & Partner für unangemessen und bemängelten, dass die Kanzlei ihre Niederlassung in den Räumen der Gemeindeverbands-Tochter gründete. Für Unmut sorgte zudem, dass der Chefjurist bei Gemnova, Nikolaus Kraak, parallel für die Kanzlei tätig sein wird. Von den etwa 420 Mitarbeitern der Gemnova sind derzeit im Bereich Recht sechs Juristen beschäftigt, darunter Magdalena Ralser als Vergabejuristin und drei Datenschutzbeauftragte.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten die langjährigen Partner Stephan Heid und Martin Schiefer ihre gemeinsame Kanzlei aufgelöst. Dabei gingen die Standorte außerhalb Wiens an Martin Schiefers Einheit – mit Ausnahme der Sprechstelle Oberndorf in Tirol. Diese bleibt auch mit der Niederlassung in Innsbruck bestehen. (Raphael Arnold)

  • Teilen