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29.03.2019

Burgenland: Freizeitpark wechselt mit Baker & McKenzie und JWO den Besitzer

Mit dem Familypark St. Margarethen am Neusiedler See ist einer der größten Vergnügungsparks Österreichs in französischen Besitz übergegangen. Der Freizeitparkbetreiber Compagnie des Alpes (CdA) hat das fünf Jahrzehnte von der Familie Müller geführte Unternehmen für 72,5 Millionen Euro übernommen.

Wendelin Ettmayer

Wendelin Ettmayer

Jeder kennt ihn, fast jeder war in den vergangenen 50 Jahren schon einmal da: Der Familypark entstand 1968 als „Märchenwald“, seitdem bauten ihn die Eigentümer kontinuierlich aus. Mittlerweile beschäftigt der Betrieb mehr als 250 Mitarbeiter und zieht jährlich rund 715.000 Besucher an. Auf einem Areal von mehr als 145.000 Quadratmetern bietet der Familypark Attraktionen in vier unterschiedlichen Themenwelten von der Erlebnisburg über Bauernhof und Märchenwald bis zur Abenteuerinsel. 2018 betrug der Umsatz etwas mehr als 19 Millionen Euro.

Lebenswerk abgegeben

Der Gründerfamilie war wichtig, dass ihr Lebenswerk in ihrem Sinne fortgeführt wird. Deswegen entschied sie sich aus einer Vielzahl von internationalen Bietern für die französische Compagnie des Alpes. Die 1989 gegründete Gruppe betreibt neben mehreren Skiresorts bereits zahlreiche Themenparks und Freizeitattraktionen, wie das Wachsfigurenkabinett Grévin in Paris und den in Frankreich sehr bekannten Parc Astérix, der im Geschäftsjahr 2017/18 erstmals auf über 2,17 Millionen Besucher kam und einen Umsatz von gut 108 Millionen Euro erreichte. Insgesamt erzielte das an der Pariser Börse gelistete Unternehmen 2018 einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro und beschäftigt europaweit knapp 5.000 Mitarbeiter.

Berater Compagnie des Alpes
Baker & McKenzie Diwok Hermann Petsche (Wien): Dr. Wendelin Ettmayer (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Eva-Maria Ségur-Cabanac (Kapitalmarktrecht); Associates: Stephanie Sauer, Thomas Androsch (beide Corporate/M&A; letzterer Rechtsanwaltsanwärter), Elisabeth Wasinger (Arbeitsrecht), Franz Arztmann (Öffentliches Recht), Dr. Lukas Feiler, Bernhard Kainz (beide IP/IT; letzterer Rechtsanwaltsanwärter), Dr. Anita Lukaschek (Kartellrecht)

Maximilian Weiler

Maximilian Weiler

Berater Gründerfamilie
Jank Weiler Operenyi (Wien): Dr. Maximilian Weiler (Federführung), Johannes Lutterotti; Associates: Gerald Hendler, Anna Visontai (alle Corporate/M&A; letztere zwei Rechtsanwaltsanwärter)
Deloitte (Wien): Dr. Christian Wilplinger (Steuern)
Accurata (Eisenstadt): Josef Steininger (Steuern)

Hintergrund: Josef Steininger, der langjährige Steuerberater der Familie Müller, holte sich angesichts der Größe der Transaktion Unterstützung für die steuerliche Beratung. Über Deloitte wiederum kam die mit Deloitte Legal kooperierende Kanzlei Jank Weiler Operenyi ins Mandat, die den Verkauf rechtlich beriet. Gründungpartner Dr. Maximilian Weiler begleitete den Verkauf gemeinsam mit dem Investment-Banking-Team der Raiffeisen Bank International, das den Bieterprozess strukturierte.

Baker-Partner Dr. Wendelin Ettmayer und sein Team konnten sich in einem Pitch durchsetzen. Der Kontakt zu CdA war über das französische Baker-Büro zustande gekommen. In der Entwicklung von Nachfolgelösungen für eigentümergeführte Unternehmen kann die Kanzlei einige Erfahrung nachweisen. Unter anderem beriet Ettmayer 2017 die Familien Linauer und Wagner beim Verkauf ihrer Anteile an der niederösterreichischen Großbäckerei Linauer & Wagner an Ankerbrot. (Annette Kamps)

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