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21.03.2019

Ferienpark Gastein: Liegenschaft steht durch Konkurs des Entwicklers zum Verkauf

Der Projektentwickler des Ferienparks Gastein in Bad Bruck ist bankrott. Damit steht das seit Jahren umstrittene Bauvorhaben einstweilen vor dem Aus. Masseverwalter Dr. Wolfgang Kleibel sucht nun Käufer für die Liegenschaft mit den sechs lediglich halb fertigen Apartmenthäusern. 

Wolfgang Kleibel

Wolfgang Kleibel

Das Projektmanagement Ferienpark Gastein aus St. Michael im Lungau sah sich zuletzt einem Schuldenberg von 20,5 Millionen Euro gegenüber. Das Landesgericht Salzburg hat nun auf Antrag des Unternehmens ein Konkursverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet (Gz. 23 S 29/19p). Zum Masseverwalter bestellte das Gericht Dr. Wolfgang Kleibel. Von der Insolvenz sind rund 30 Gläubiger betroffen, darunter im Grundbuch eingetragene Wohnungskäufer und Geldgeber wie die Raiffeisenbank Gastein. Einzelne Geschäftspartner des Projektentwicklers hatten bereits seit 2014 versucht, ihre Forderungen gerichtlich geltend zu machen.

Das bereits vor über zehn Jahren gestartete Vorhaben war immer wieder Gegenstand umwelt- und liegenschaftsrechtlicher Genehmigungsverfahren. Noch 2016 musste das Unternehmen von Geschäftsführer Eddy Smoorenburg seine Pläne mehrmals überarbeiten, um die Bedingungen für eine Teilabänderung des Flächenwidmungsplans zu erfüllen und Bedenken auszuräumen, es entstünden verdeckte Zweitwohnsitze.

Bereits 2008 ließ die Projektgesellschaft sechs Apartmenthäuser mit 32 Wohnungen errichten. 26 Einheiten gingen an insgesamt 14 Käufer. Diese Gebäude sind bis heute nicht vollendet. Noch 2009 war ein 42 Millionen Euro teurer Komplex mit 136 Apartments geplant, die sich auf 19 Chalets verteilen sollten. Selbst die Financial Times berichtete damals über das Projekt und bezifferte den Kaufpreis für eine Wohnung mit 68 Quadratmetern auf 255.000 bis 330.000 Euro.

UVP per Gericht durchgesetzt

Zur gleichen Zeit griff jedoch die Salzburger Landesumweltanwaltschaft die Genehmigung für das Vorhaben an. Sie setzte schließlich durch, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist. Das entschied der Umweltsenat in einem Urteil von Ende 2009 (Gz. US 4B/2009/19-16). Diese UVP zog sich über drei Jahre und verursachte Kosten von rund einer Million Euro.

Die Käufer der Wohnungen kamen überwiegend aus den Niederlanden. Sie wollten diese über den Ferienpark vor allem an Touristen vermieten und teilweise selbst nutzen. Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise gelang es jedoch offenbar nur noch schwer, weitere Käufer zu gewinnen. Auch wenn die Bemühungen selbst Ende 2016 noch weiterliefen.

Masseverwalter
K-B-K Kleibel Kreibich Bukovc Hirsch (Salzburg): Dr. Wolfgang Kleibel

Hintergrund: K-B-K gehört in Salzburg neben Vavrovsky Heine Marth zu den anerkannten Kanzleien in Insolvenzangelegenheiten. Ihre Namenspartner Kleibel und Bukovc werden regelmäßig als Masseverwalter bestellt.

In den zivilrechtlichen Auseinandersetzungen mit Wohnungskäufern und Geldgebern vertrat in den vergangenen Jahren immer wieder der Salzburger Anwalt Dr. Herbert Pflanzl das Projektmanagement Ferienpark Gastein. Für einen Käufer aus den Niederlanden war Christoph Aumayr aus Mattighofen tätig. Ein Dienstleister ließ seine Interessen von der Salzburger Kanzlei Pallauf Meißnitzer Staindl wahrnehmen.

Die Landesumweltanwaltschaft ging 2009 gegen einen Bescheid der Salzburger Landesregierung vor, die eine UVP für unnötig erachtet hatte. Landesumweltanwalt war damals bereits Dr. Wolfgang Wiener, der die Institution bis heute führt. (Raphael Arnold)

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