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28.05.2019

Fachverlag: Manz kehrt mit CMS Reich-Rohrwig Hainz zurück zu den Eigentümerfamilien

Der Fachverlag Manz ist wieder komplett im Besitz der Familien Stein und Fliri. Für 17 Millionen Euro haben sie den 40-prozentigen Anteil des niederländischen Verlagskonzerns Wolters Kluwer zurückgekauft. Der Kauf erfolgte rückwirkend zum Jänner 2019.

Johannes Reich-Rohrwig

Johannes Reich-Rohrwig

Manz ist einer der größten Anbieter von Fachinformationen in den Themengebieten Recht, Wirtschaft und Steuern in Österreich und sieht sich als Marktführer für Rechtsinformation. Wolters Kluwer hatte den Anteil an dem Unternehmen 1997 im Zuge einer strategischen Partnerschaft erworben.

Im Vorjahr hatten die beiden bisherigen Anteilseigner das Schulbuchgeschäft von Manz abgegeben. Käufer war die P&V Holding, die das gesamte Programm mit 295 Titeln weiterführte und die Mitarbeiter übernahm.

Die Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung besteht seit 1849 und ist seit fünf Generationen in Familienbesitz. Am Wiener Kohlmarkt betreibt der Verlag eine renommierte Buchhandlung. Neben gedruckten Werken bietet das Unternehmen Seminar- und Onlinedienste an.

Wolters Kluwer ist in Amsterdam an der Börse gelistet und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 4,26 Milliarden Euro, davon entfielen 31 Prozent auf Europa. Den operativen Gewinn bezifferte das Unternehmen auf 980 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei rund 18.600 weltweit.

Berater Familien Stein und Fliri
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Prof. Dr. Johannes Reich-Rohrwig; Associates: Arno Zimmermann, Daniel Dibon (alle Gesellschaftsrecht; letzerer Rechtsanwaltsanwärter)

Nidal Karaman

Nidal Karaman

Berater Wolters Kluwer
Allen & Overy (Amsterdam): Gijs Linse (Corporate/M&A)
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Nidal Karaman; Associate: Martin Zankl (beide Corporate/M&A; letzterer Rechtsanwaltsanwärter)

Hintergrund: Wolters Kluwer verlässt sich bei Transaktionen immer wieder auf Berater von Allen & Overy, in diesem Fall Senior Associate Gijs Linse aus dem Amsterdamer Büro. 2016 war ein Team um den Pariser Partner Alexandre Ancel beim Verkauf der französischen Sparte Fachpresse tätig, zu der u.a. die Publikation Lettre des Juristes d’Affaires gehörte. Bereits 2010 hatten die deutschen Partner Dr. Matthias Horn und Dr. Hartmut Krause den Informationsdienstleister beim Erwerb von LexisNexis Deutschland beraten.

Die Magic-Circle-Kanzlei greift für österreichische Rechtsfragen seit einigen Jahren immer wieder auf Eisenberger & Herzog zurück. Ein Beispiel dafür war 2016 der Einstieg des australischen Pensionsfonds IFM beim Flughafen Wien, an dem er aktuell 39,8 Prozent der Anteile hält. Damals gehörte Nidal Karaman zum Anwaltsteam der Wiener Kanzlei, im Herbst 2016 wurde er Partner.

Die Eigentümerfamilien mandatierten mit Johannes Reich-Rohrwig einen der angesehensten österreichischen Gesellschaftsrechtler. Bei der Fachzeitschrift Ecolex aus dem Manz-Verlag gehört er zu den Herausgebern. (Raphael Arnold)

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