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31.05.2019

Osteuropa: Kika-Filialen gehen mit CHSH und Arnold an XXXLutz

Signa verkauft die Kika-Filialen in Ungarn, Tschechien, Rumänien sowie der Slowakei an Wettbewerber XXXLutz. Investor René Benko hatte Kika/Leiner im vergangenen Jahr von Steinhoff übernommen und will sich künftig auf das österreichische Kerngeschäft konzentrieren. Die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

Clemens Hasenauer

Clemens Hasenauer

Neben dem operativen Geschäft mit rund 1.500 Mitarbeitern umfasst der Verkauf auch 22 Immobilien. Kika und Leiner waren in Österreich in finanzielle Schieflage geraten, nachdem bei der Muttergesellschaft Steinhoff im vergangenen Dezember Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen aufgetaucht waren. Seitdem hatte es sowohl bei Steinhoff International als auch bei den Gesellschaften umfangreiche Restrukturierungsbemühungen gegeben. Das Osteuropa-Geschäft lief allerdings die ganze Zeit rentabel.

Erst Poco, dann Kika

Für die Welser Möbelhauskette XXXLutz bedeutet der Zukauf eine gute Ergänzung zum bereits vorhandenen Filialnetz in den vier Ländern. Unternehmensangaben zufolgen will man die Häuser künftig auf die Marke XXXLutz umbranden. Dabei sollen alle Mitarbeiter übernommen werden. Nach dem Kauf umfasst das Unternehmen insgesamt 304 Einrichtungshäuser und beschäftigt mehr als 23.000 Mitarbeiter in Österreich, Deutschland, Schweden und Osteuropa. Mit großen Zukäufen kennt sich der Möbelriese aus: Im vergangenen Jahr übernahm XXXLutz vom angeschlagenen Steinhoff-Konzern auch die Poco-Einrichtungshäuser.

Berater XXXLutz
Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (Wien): Dr. Clemens Hasenauer (Federführung), Johannes Prinz, Harald Stingl, Lorenz Pracht, Dr. Andrea Presser (Budapest), Dr. Jozef Bannert, Dr. Karol Šiška (beide Bratislava), Zizi Popa, Mirela Nathanzon (beide Bukarest); Associates: Alexander Reich-Rohrwig, Benedikt Svoboda, Ferdinand Guggenmoos, Hannah Schin (letztere vier Rechtsanwaltsanwärter), Dr. András Kauten (Budapest), Lukáš Srbecký, Pavlína Růžičková (beide Prag; alle Corporate/M&A)
Wolf Theiss (Wien): Dr. Günter Bauer (Kartellrecht)

Nikolaus Arnold

Nikolaus Arnold

Berater Signa
Arnold (Wien): Dr. Nikolaus Arnold (Federführung; M&A), Bernhard Vetter von der Lilie (Finanzierungen); Associates: Georg Huber (Immobilienrecht), Thomas Raubal (Kartellrecht), Roman Gruber, Felix Fisecker, Christoph Jelemensky (alle drei Corporate; letztere beide Rechtsanwaltsanwärter)
Noerr: Zoltan Nadasdy (Budapest), Gabriel Popa, Jörg Menzer (beide Bukarest), Barbara Kusak (Prag), Edina Schweizer (Budapest), Ludek Chvosta (Prag), Martin Tupek (Bratislava); Associates: Ákos Bajorfi, Szilvia Andriska, Eszter Hegedűs, Timea Tompa (alle Budapest), Adrian Georgescu-Banc, Oana Piticas (Bukarest), Michal Janicek, Stepanka Havlikova (beide Prag), Tomas Zaborsky, Martin Baraniak (beide Bratislava)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Auf Käuferseite gab es einen Beraterwechsel. Während der XXXLutz-Eigentümer Dr. Andreas Seifert in der Vergangenheit häufig auf das Welser Büro von SCWP-Schindhelm setzte, kam bei der aktuellen Transaktion CHSH zum Zug. Der Wiener Partner Dr. Clemens Hasenauer arbeitete dabei eng mit seinen Kollegen aus Budapest, Bratislava, Prag und Bukarest zusammen. Durch die eigenen osteuropäischen Büros kann die Kanzlei alle betroffenen Jurisdiktionen abdecken.

Kartellrechtlich ließ sich Seifert dem Vernehmen nach von Wolf Theiss-Partner Dr. Günter Bauer beraten.

Die Wiener Einheit Arnold berät Investor René Benko in allen Angelegenheiten, insbesondere ist sie für die Immobilientransaktionen bekannt. So beriet Nikolaus Arnold Signa bereits bei der Übernahme von Kika/Leiner von der Steinhoff-Immobilientochter Hemisphere. JUVE-Informationen zufolge arbeitete die Kanzlei für den osteuropäischen Part der Transaktion mit den Noerr-Büros in Bratislava, Bukarest und Budapest zusammen. Noerr investiert derzeit starkt in die CEE-Region und stockte zuletzt ihr Prager Büro mit einem fünfköpfigen Team von PwC Legal auf. (Annette Kamps)

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