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05.09.2019

Reißleine gezogen: HTI geht mit Haslinger Nagele in die Insolvenz

Nun hat es auch den Mutterkonzern erwischt: Die Technologiegruppe High Tech Industries AG (HTI) hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Landesgericht Linz hat diesem entsprochen und Thomas Kurz von Haslinger Nagele zum Masseverwalter bestellt. Ende August war bereits das Tochterunternehmen Gruber & Kaja in die Insolvenz gegangen. 

Thomas Kurz

Thomas Kurz

Die Passiva von HTI belaufen sich auf 20,7 Millionen Euro, dem gegenüber stehen Aktiva von 1,1 Millionen Euro. Zusammen mit der Verschuldung der Tochtergesellschaft Gruber & Kaja in Höhe von 17,7 Millionen Euro handelt es sich nach Angaben des Gläubigerschutzverbandes KSV1870 um die bisher größte Insolvenz des Jahres in Oberösterreich. HTI beschäftigt rund 200 Angestellte.

Das Unternehmen gibt als Ursache der Insolvenz an, dass die seit 2018 laufende Suche nach einem strategischen Investor bisher erfolglos gewesen sei. Ebenfalls sei die Zwischenfinanzierung durch einen langjährigen Hauptinvestor gescheitert. Zusätzlich hätten auch kurzfristige und unerwartete Abrufrückgänge bei einem Großkunden der Tochtergesellschaft Gruber & Kaja aus der Automobilbranche die Lage verschärft. 

Christof Stapf

Christof Stapf

Masseverwalter
Haslinger Nagele (Linz): Thomas Kurz (Masseverwalter), Dr. Michael Magerl (Masseverwalterstellvertreter)

Schuldnervertreter
Stapf Neuhauser (Wien): Dr. Christof Stapf, Lukas Grill, Michael Neuhauser – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Mit Haslinger Nagele-Partner Kurz hat das Landesgericht Linz einen erfahrenen Insolvenzrechtler als Verwalter bestellt. Er verwaltete etwa auch die Insolvenz des Backwarenerzeuger Pan&Co im Jahr 2015. Haslinger Nagele gehört zu den Platzhirschen in Oberösterreich.

Die auf Schuldnerseite tätige Wiener Kanzlei Stapf Neuhauser legt einen Schwerpunkt auf die Insolvenzberatung. Mitte 2019 war Namenspartner Stapf im Fall der insolventen Montesino Entertainment Group zum Verwalter bestellt worden. Dies ist das zweite prominente Mandat binnen weniger Monate für den Insolvenzrechtler. HTI hat Stapf Neuhauser zum ersten Mal mandatiert, davor begleitete dem Vernehmen nach ein Freshfields-Team aus Dr. Thomas Zottl und Dr. Friedrich Jergitsch das Unternehmen.

HTI setzt damit nicht auf dieselben Berater wie die Tochtergesellschaft. Diese mandatierte die Linzer Kanzlei Lughofer Moser & Partner, von der ein Team unter Federführung von Partner Dieter Niederhumer den Automobilzulieferer berät. Als Masseverwalter für Gruber & Kaja war Dr. Gerhard Rothner von Wildmoser Koch & Partner bestellt worden. (Dennis Koch)

Aktualisierung vom 06.09.2019: In Folge der Insolvenz hat das Landesgericht Linz die Schließung von HTI angeordnet. Zusätzlich teilte das Unternehmen mit, dass die Wiener Börse plane, ein Verfahren zur Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen einzuleiten.

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