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12.11.2019

Im Gespräch: Julia Fürst zum Ausbau des VUJ-Fachkreises Banking & Finance

Die Vereinigung Österreichischer Unternehmensjuristen (VUJ) hat einen neuen Vorstand: Bombardier-Jurist Simon Schützeneder löste die beiden Gründer Andreas Balog und Dr. Maximilian Kindler im Oktober als Vorsitzende ab. Inzwischen haben sich unter anderem vier Fachkreise gebildet, darunter einer für Banking & Finance. Ihn führt Julia Fürst, Leiterin Recht bei der Schoellerbank. JUVE sprach mit der 36-Jährigen über die weiteren Pläne für den Fachkreis.

Simon Schützeneder

Simon Schützeneder

JUVE: Welche Ziele haben Sie sich für den Fachkreis Banking & Finance gesteckt?

Julia Fürst: Wichtig ist mir im ersten Schritt, dass die Vereinigung für Unternehmensjuristen in Bank- und Finanzinstituten ein Netzwerk in der Branche schafft. Wir sollten uns besser kennenlernen. Denn viele von uns arbeiten in kleineren Instituten und sind teilweise Einzelkämpfer. Da ist es wichtig, dass man sich mit Kollegen austauschen kann.

An welche Themen denken Sie konkret?

Da geht es natürlich um fachliche Fragen. In meiner Rolle als Juristin bei der Schoellerbank beschäftigten mich in den ersten Monaten neben dem Aufbau und der Organisation der Rechtsabteilung vor allem regulatorische Themen stark. Bei meiner VUJ-Kollegin Ivana Dzukova von der Paybox Bank waren es zuletzt die aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu Auslagerungen. Erfahrungen aus solchen Aufgaben zu teilen, ist ein zentrales Ziel des Fachkreises.

Welche Rolle spielen Fragen abseits des fachjuristischen Know-hows?

Julia Fürst

Julia Fürst

Für uns ist es sehr wichtig zu diskutieren, wie sich die Rechtsabteilung selbst sieht und wo die Grenzen zu anderen Abteilungen zu ziehen sind. Auch größere Institute haben solche Fragen zu klären, etwa in der Abgrenzung zu Risikomanagement und zu Compliance. Die regulatorischen und auch rechtlichen Anforderungen im Banken- und Finanzmarktbereich steigen und daher ist auch ein Erfahrungsaustausch für unsere Fachkreismitglieder sehr wichtig. Außerdem wollen wir uns mit organisatorischen Fragen beschäftigen: Wofür brauchen wir wirklich Juristen? Manche Aufgaben könnten Mitarbeiter mit einer anderen Ausbildung vielleicht besser erledigen, für manches gibt es vielleicht bald technische Lösungen.

Auf europäischer Ebene versteht sich der Dachverband ECLA auch als Interessenvertretung von Unternehmensjuristen. Wie wichtig ist das auf der Ebene des Fachkreises?

Das wäre die dritte Ausbaustufe, aber nichts, was sofort anzugehen ist. Zuerst wollen wir uns auf das Netzwerk und den Erfahrungsaustausch konzentrieren. Auf dieser Basis können wir dann besser agieren, wenn entsprechende Fragen aufkommen.

An wen richtet sich der Fachkreis?

Die Angebote sollen auf Inhouse-Juristen in Banken und Finanzinstituten ausgerichtet sein. Aber Kollegen von Zahlungsdienstleistern, E-Geld-Anbietern oder Fintech-Dienstleistern sind genauso willkommen.

Wie entstand die Idee zu diesem Zusammenschluss?

Die Initiative ging ursprünglich auf Lukas Röper zurück, der als Rechtsabteilungsleiter bei Banken schon sehr früh im VUJ engagiert war und heute zum Beirat gehört. Er schob den Fachkreis schon vor eineinhalb Jahren an. Vor einigen Monaten erhielten Ivana Dzukova und ich dann das Angebot, die Gruppe zu leiten.

Was steht beim Fachkreis Banking & Finance als nächstes an?

Für den Dezember planen wir ein Treffen, das vor allem die Gelegenheit bieten soll, die Kontakte untereinander zu verbessern. Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll dann eine größere Veranstaltung in den Räumen der Schoellerbank folgen.

Was ist da konkret geplant?

Aktuell werden die Ideen für das Thema des Get-Together Events evaluiert und diskutiert. Klassisch juristisch muss es aber nicht sein, schließlich sind wir keine Konkurrenz zu Seminaranbietern oder Kanzleiveranstaltungen, sondern ein Verein. Deshalb will ich durchaus Gesprächspartner einladen, die Impulse von außen bringen. 

Das Gespräch führte Raphael Arnold.

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