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10.03.2020

EnBW gibt ab: Wiener Stadtwerke beteiligen sich mit Eisenberger an EVN

Der deutsche Energiekonzern EnBW hat seine Beteiligung an der niederösterreichischen EVN an die Wiener Stadtwerke verkauft. Auch wenn beide Parteien Stillschweigen zum Kaufpreis für das 28,35 Prozent umfassende Paket vereinbart haben, handelt es sich um eine der größeren Transaktionen in Österreich. An der Wiener Börse waren die 51 Millionen verkauften EVN-Aktien gut 800 Millionen wert. 

Peter Winkler

Peter Winkler

Der Energieversorger EVN mit Sitz in Maria Enzersdorf war 1986 aus der Verschmelzung der niederösterreichischen Landes-Elektrizitätsgesellschaft Newag und dem Erdgas- und Fernwärmeunternehmen Niogas entstanden. Das Land Niederösterreich ist mit 51 Prozent der Anteile Mehrheitseigentümer, die Wiener Stadtwerke werden nun zum zweitgrößten Aktionär. Mit einem Konzernergebnis von 302,4 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/19 hatte EVN zuletzt deutlich zugelegt. Die Stadtwerke wollten mit der „strategischen Partnerschaft die Pensionen der Mitarbeiter sichern“, hieß es von deren stellvertretenden Generaldirektor Peter Weinelt. 

Über die Energie Allianz Austria, die gemeinsame Vertriebstochter von EVN, Wien Energie und Energie Burgenland, sind EVN und Wiener Stadtwerke bereits miteinander verbunden, zudem gibt es gemeinsame Beteiligungen an einzelnen Kraftwerken. 

Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) war seit 2001 an EVN beteiligt. Der börsennotierte Energiekonzern mit Sitz in Karlsruhe, der fast vollständig dem Land Baden-Württemberg sowie dortigen Kommunen gehört, hatte seit Langem versucht, sein EVN-Paket zu verkaufen. Schon 2010 war ein Verkauf gescheitert, weil EnBW nicht den geplanten Preis erzielen konnte. Die jetzige Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigung beider Länder. 

Wiener Stadtwerke
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Peter Winkler (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Wien): Dr. Norbert Pannagl (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Albert Birkner

Albert Birkner

Berater EnBW
Cerha Hempel (Wien): Dr. Albert Birkner (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Volker Glas (Kapitalmarktrecht), Dr. Bernhard Kofler-Senoner, Dr. Michael Mayer (beide Kartellrecht), Dr. Wolfgang Sindelar (Corporate/M&A); Associates: Nadine Leitner, Alistair Gillespie (beide Corporate/M&A; letzterer Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse Recht (Karlsruhe): Martin Düker (Senior Counsel), Dr. Bernd-Michael Zinow (General Counsel)

Hintergrund: Cerha Hempel-Partner Birkner stand EnBW bereits beim Einstieg in die EVN im Jahr 2001 zur Seite. Fünf Jahre später erhöhte der Energiekonzern seine Beteiligung auf knapp 30 Prozent. EnBW-Jurist Düker, der die Transaktion federführend begleitete, gehört dem Vorstand des EnBW Trust an, der die Beteiligung treuhändig für EnBW gehalten hatte. 

Auch die Wiener Stadtwerke setzten mit Eisenberger & Herzog auf einen Stammberater. Sowohl die Stadtwerke als auch das Tochterunternehmen Wien Energie arbeiten regelmäßig mit Winkler und seinem Team zusammen. (Annette Kamps)

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