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30.06.2020

AUA-Hilfspaket: Weber und Schönherr ermöglichen 300-Millionen-Euro-Kredit

Die Republik Österreich greift der durch die Corona-Krise angeschlagenen Austrian Airlines (AUA) mit einem Hilfspaket von 450 Millionen Euro unter die Arme. 300 Millionen davon garantiert die eigens für Corona-Hilfen gegründete Finanzierungsagentur Cofag. Die bereits im Mai beschlossene Staatshilfe war an die Rettung der deutschen Muttergesellschaft gebunden. 

Stefan Weber

Stefan Weber

Das 9-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Lufthansa war zur Zitterpartie geraten, bis die Aktionäre am vergangenen Donnerstag ihre Zustimmung gaben. An ihr hing auch die Rettung der österreichischen AUA, die nun einen Kredit von 300 Millionen Euro sowie einen Zuschuss von 150 Millionen erhält. Hinzu kommen weitere 150 Millionen, die Lufthansa für die Tochtergesellschaft zuschießt.

Ähnlich wie das deutsche Pendant ist auch das österreichische Hilfspaket umstritten, denn ein Drittel der Gesamtsumme werden aus Steuergeldern bezahlt. Für den Kredit wiederum bürgt die Republik zu großen Teilen: Die Finanzierung wird zu 90 Prozent durch die staatliche Finanzierungsagentur Cofag garantiert, die mit der Verwaltung des Rettungsfonds Covid-19 der Republik Österreich beauftragt ist. Neben der Erste Group sind auch die Raiffeisen Bank International, UniCredit Bank Austria, Bawag und Oberbank an der Finanzierung beteiligt.

Als größte hiesige Fluggesellschaft beschäftigt Austrian Airlines rund 7.000 Mitarbeiter. Vorübergehende Flugunterbrechungen, ein Startverbot und andere wirtschaftliche Folgen der Covid-19-Pandemie führten dazu, dass die Fluggesellschaft einen Antrag auf staatliche Beihilfen stellte. Nach intensiven Verhandlungen erzielten die Österreichische Bundesregierung und Austrian Airlines sowie die kreditgebenden Banken und Lufthansa eine Einigung.

Berater Austrian Airlines
Inhouse Recht (Wien): Dr. Tamara Christ (Senior Director Legal Affairs & Compliance) – aus dem Markt bekannt
Viehböck Breiter Schenk & Nau (Mödling): Dr. Günther Viehböck, Dr. Florian Linder (Wien) – aus dem Markt bekannt
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Andreas Zellhofer (Wettbewerbs-/Beihilferecht); Associate: Florian Sagmeister (Wettbewerbs- und Kartellrecht)

Berater Cofag
Weber Rechtsanwälte (Wien): Prof. Dr. Stefan Weber, Christoph Moser (beide Finanzierungsrecht); Associate: Yvonne Gutsohn (Restrukturierung/Due Diligence)

Martin Ebner

Martin Ebner

Berater Banken
Schönherr (Wien): Martin Ebner (Bank-/Finanzrecht), Dr. Wolfgang Höller (Restrukturierung; beide Federführung), Laurenz Schwitzer, Dr. Peter Feyl (beide Bank-/Finanzrecht), Dr. Hanno Wollmann (Wettbewerbsrecht); Associates: Stefan Neuwirth, Wolfgang Hellsberg, Viktoria Stark (alle Bank-/Finanzrecht; alle Rechtsanwaltsanwärter) – aus dem Markt bekannt

Berater Lufthansa
Inhouse Recht (Köln): Dr. Michael Niggemann (Vorstand Personal, Recht und M&A), Dr. William Willms (Executive Vice President), Dr. Stephan Zilles (Leiter Rechtsabteilung), Christian Raepple (Leiter Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Hengeler Mueller (Berlin): Dr. Daniel Kress (Corporate/M&A), Dr. Martin Tasma (Restrukturierung), Dr. Dirk Bliesener (Bank- und Kapitalmarktrecht), Dr. Wolfgang Groß (Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt), Dr. Hans-Jörg Niemeyer (Kartell- und Beihilferecht; Brüssel), Dr. Nikolaus Vieten (Finanzierung; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Berater von AUA, Lufthansa und Cofag sind aus den bereits seit April laufenden Verhandlungen bekannt. 

Für das kreditgebende Bankenkonsortium stellte Schönherr ein Team aus erfahrenen Bank- und Finanzrechtlern zusammen. Die führende Banking-Praxis der Kanzlei berät die beteiligten Finanzinstitute regelmäßig, 2019 etwa beim Verkauf der österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT). Die Erste Group hatte Banking-Partner Ebner zuvor unter anderem bei der Finanzierung der Übernahme von Frauscher Sensortechnik beraten. Restrukturierungsexperte Höller hingegen war als Berater der Abbaumanagementgesellschaft des Bundes (Abbag), die als einzige Gesellschafterin der Cofag fungiert, bereits an deren Gründung beteiligt. (Annette Kamps)

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