Artikel drucken
03.04.2021

Verbrieft: Raiffeisen macht mit Clifford und Schönherr eine halbe Milliarde frei

Die Leasing-Tochter der Raiffeisen Bank International (RBI) hat Kapital frei gemacht, um neue Investitionen kleiner und mittelgroßer Unternehmen zu finanzieren. Die Raiffeisen Leasing verbriefte zu diesem Zweck Forderungen aus Kfz-Leasingverträgen in Höhe von 538 Millionen Euro. Davon zeichnete die EIB-Gruppe rund 200 Millionen Euro.

Oliver Kronat

Oliver Kronat

Das Leasinginstitut sieht sich damit gerüstet, neue Investitionen im Umfang von 560 Millionen Euro zu finanzieren. Ziel ist es, über die neu abzuschließenden Verträge Finanzmittel bereitzustellen, um den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise entgegenzuwirken und den Klimaschutz voranzubringen. Im Mittelpunkt steht dabei der Sektor Mobilität, aber auch andere Bereiche, in denen Raiffeisen Leasing tätig ist.

Die Verbriefung erfolgte über eine luxemburgische Zweckgesellschaft, die ihrerseits die Finanzinstrumente begab. Die Mittel der EIB-Gruppe setzen sich aus 150 Millionen Euro der Europäischen Investitionsbank (EIB) und 50 Millionen Euro des Europäischen Investitionsfonds (EIF) zusammen. Weitere Investoren, darunter zwei Finanzinstitute, beteiligten sich an den Class-A-Notes über 463 Millionen Euro: voran gingen Asset-Backed-Securities mit einem AAA-Rating. Die Raiffeisen Leasing selbst übernahm eine Class-B-Tranche über 75 Millionen Euro.

Die RBI strukturierte, arrangierte und platzierte die beiden Tranchen der Verbriefung. Die Transaktion ist eine der ersten am österreichischen Markt, die den Regeln zu einfachen, transparenten und standardisierten Verbriefungen entspricht, die nach der STS-Verordnung der Europäischen Union seit Anfang 2019 anzuwenden sind. Als Rating-Agenturen für die Class-A-Tranche waren Standard & Poors und Scope sowie für STS-bezogene Fragen SVI tätig.

Martin Ebner

Martin Ebner

Berater RBI/Raiffeisen Leasing
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Oliver Kronat; Associates: Hannes Deusch, Antonia Walter (alle Kapitalmarktrecht)
Schönherr (Wien): Martin Ebner (Federführung), Matthias Pressler; Associates: Philipp Wetter, Michael Schmiedinger (Rechtsanwaltsanwärter; alle Bank- und Finanzrecht), Marco Thorbauer (Steuerrecht)
Inhouse Recht (RBI; Wien): Dr. Christian Michal
Inhouse Recht (Raiffeisen Leasing; Wien): Elisabeth Pöltner-Holkovic, Robert Domes (beide Legal Counsel)

Berater EIB-Gruppe
Linklaters (Frankfurt): Dr. Burkhard Rinne, Nicki Kayser (Luxemburg); Associate: Christopher Seemann (alle Kapitalmarktrecht)
Binder Grösswang (Wien): Dr. Stefan Tiefenthaler; Associates: David Rötzer, Philipp Schermer (beide Rechtsanwaltsanwärter; alle Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (EIB; Luxemburg): Dr. Matthias Löwenbourg-Brzezinski (Senior Legal Counsel)
Inhouse Recht (EIF; Luxemburg): Maria Kleszczewska (Senior Legal Counsel)

Stefan Tiefenthaler

Stefan Tiefenthaler

Hintergrund: Ende 2016 hatte die Raiffeisen Leasing erstmals Forderungen über 438 Millionen Euro verbrieft und veräußert. Verglichen mit der damaligen Transaktion sind die Berater aktuell teilweise in vertauschten Rollen unterwegs: Die RBI und ihre Tochter Raiffeisen Leasing mandatierten diesmal Clifford-Partner Kronat. Die Magic-Circle-Kanzlei ist für die RBI immer wieder tätig, allerdings eher in anderen Produktlinien. Sein Team zog für die österreichbezogenen Themen Schönherr hinzu. Deren Partner Ebner beriet 2016 zusammen mit Linklaters die EIB-Gruppe.

An der Seite der Förderbank stand diesmal erneut Linklaters-Partner Rinne. Doch in Wien war jetzt Binder Grösswang für die Fragen nach lokalem Recht verantwortlich. Deren Partner Tiefenthaler war 2016 gemeinsam mit Hogan Lovells für die RBI tätig. (Raphael Arnold)

  • Teilen