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12.05.2021

Tirol: Schönherr-Mandantin BASF investiert an Novartis-Standorten

Der deutsche Chemiekonzern BASF setzt beim Ausbau der Produktion für Enzyme auf die Standorte Kundl und Schaftenau. Er ist das erste Unternehmen, das in den ‚Technology Campus Tirol‘ von Novartis investiert. Der Schweizer Pharmahersteller hat darin seine zwei Tiroler Betriebsstätten gebündelt und für andere Lifescience-Unternehmen geöffnet.

Jonas Hermann

Jonas Hermann

BASF wird mit den Investitionen seine Herstellung von bakteriellen Enzymen und biotechnologischen Produkten ausweiten, die unter anderem in Rezepturen für Waschmittel enthalten sind. So will der Konzern seine Marktposition bei Reinigungsmitteln für die Industrie und für private Haushalte weiter verbessern. Der Start der Produktion ist für 2024 geplant.

Bei Novartis gehören die Standorte Kundl und Schaftenau zu den wichtigen Forschungs- und Entwicklungszentren. Aus Kundl stammen rund 60 Prozent der weltweiten Penicillin-Produktion, die erste Anlage zur Antibiotikaherstellung ging dort 1946 in Betrieb. Vor einem Jahr stand allerdings im Raum, Penicillin nur mehr in Asien, nicht mehr in Kundl herzustellen. Im vergangenen Sommer vereinbarten die Bundesregierung in Wien und der Pharmahersteller dann, 150 Millionen Euro zu investieren, um die Herstellungsprozesse zu verbessern und so die Produktion wichtiger Penicilline vor Ort für zehn Jahre zu sichern. Die Regierung sagte rund 50 Millionen Euro an Fördermitteln zu, davon stammen fünf Millionen Euro vom Land Tirol. 

Lifescience-Unternehmen willkommen

An den beiden Standorten des Technology Campus Tirol bietet Novartis insgesamt knapp 99.000 Quadratmeter Betriebsflächen für Firmen aus dem Bereich Lifesciences an. Das schließt Immobiliendienstleistungen, Energieversorgung, Engineering, Wartung, Logistik und umweltfreundliche Abwasserbehandlung ein.

Bernd Rajal

Bernd Rajal

Berater BASF
Inhouse Recht: Dr. Daniela Steinberger-Damm (Vice President Legal; Federführung; Ludwigshafen), Dr. Jonas Hermann (Legal and Compliance Central Europe; Wien),
Inhouse Steuern: Jochen Beyer (International Tax Director; Ludwigshafen)
Schönherr (Wien): Dr. Bernd Rajal (Federführung; Öffentliches Recht), Maximilian Lang (Gesellschafts-/Handelsrecht), Clemens Rainer (Immobilienrecht), Teresa Waidmann (Arbeitsrecht); Associates: Nina Zafoschnig (Öffentliches Recht), Wolfgang Rapberger (Immobilienrecht; beide Rechtsanwaltsanwärter)

Martin Brodey

Martin Brodey

Berater Novartis/Sandoz
Inhouse Recht (Kundl): Arnold Koger (Head of Legal NTO Austria & Sandoz)
Inhouse Steuern (Wien): Christian Müller (Head of Tax Austria)
Dorda (Wien): Dr. Martin Brodey (Federführung; Gesellschaftsrecht), Dr. Bernhard Müller (Öffentliches Recht), Francine Brogyányi (Lifesciences), Dr. Heinrich Kühnert (Kartellrecht); Associates: Julia Haumer-Mörzinger, Marie-Luise Pugl (beide Immobilienrecht)

Hintergrund: In den Verhandlungen für dieses Pilotprojekt nahmen die Inhouse-Juristen der Großkonzerne eine zentrale Rolle ein. Aufwendig waren insbesondere die genehmigungsrechtlichen Fragen, sodass bei den beratenden Kanzleien die Regulatorikspezialisten auf beiden Seiten stark einbezogen waren.

BASF mandatierte Schönherr nach einem Pitch für die regulatorischen sowie die arbeits- und liegenschaftsrechtlichen Fragen. Die Federführung übernahm dort der Öffentlichrechtler Rajal, der 2015 zu dem Team gehörte, das DPx Fine Chemicals beim Verkauf zweier Sparten an das Private-Equity-Haus Ardian beriet. BASF hatte die Kanzlei zuvor bereits in einigen kartellrechtlichen Angelegenheiten beauftragt. Beim Verkauf des BASF-Standorts Pischelsdorf Ende 2017 beriet ein Schönherr-Team den Erwerber Synthomer, einen deutschen Hersteller von synthetischem Latex.

Dorda setzte sich ebenfalls in einem Bieterprozess durch. Die Kanzlei arbeitete zuvor bereits für die Novartis-Töchter Sandoz und Novartis Austria, jedoch nicht für die Tiroler Betriebe des Pharmakonzerns. (Raphael Arnold)

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