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15.06.2021

Feinkost-Deal: bpv-Mandantin Wojnar geht mit Wildmoser Koch an Vivatis

Die Linzer Lebensmittelgruppe Vivatis hat mit 74 Prozent die Anteilsmehrheit an dem familiengeführten Wiener Traditionsunternehmen Wojnar übernommen und wird strategischer Partner des Feinkostbetriebes. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde wird für das dritte Quartal 2021 erwartet.

Beate Anzinger

Beate Anzinger

Der Verkauf fand im Rahmen eines zweistufigen Bieterverfahrens statt, in dem sich Vivatis schließlich durchsetzen konnte. Zum Kaufpreis machten die beteiligten Parteien keine Angaben. Wojnar entstand in den 1930er Jahren und ist ein bekannter Anbieter von Frische- und Kühl-Convenience-Produkte in Österreich. Zum Kernsortiment zählen Aufstriche, Feinkostsalate und Sandwiches, zudem zahlreiche bio-zertifizierte und vegane Produkte. Das Unternehmen beschäftigt rund 560 Mitarbeiter und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro. Das operative Geschäft leiten weiterhin drei Schwestern aus der Familie Wojnar.

Der zur Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gehörende Lebensmittelkonzern Vivatis zählt zu den größten rein österreichischen Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Zur Vivatis-Gruppe gehören Markenartikelerzeuger ebenso wie spezialisierte Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, etwa Knabber Nossi, Inzersdorfer, Maresi, Toni Kaiser oder Bauernland. Die Gruppe erzielte 2020 einen Umsatz von 804 Millionen Euro.

Berater Vivatis
Wildmoser Koch & Partner (Linz): Dr. Beate Anzinger (Federführung), Elisabeth Huber, Andreas Schorn (alle Corporate/M&A); Associates: Michael Höllerer, Matthias Haslmayr (beide IP), Andreas Binder (Gesellschaftsrecht), Christina Tulzer (IP; letztere drei Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse Recht (Linz): Elisabeth Pohn-Koch (Leiterin Recht) – aus dem Markt bekannt

Thomas Lettau

Thomas Lettau

Berater Wojnar
bpv Hügel (Mödling/Wien): Thomas Lettau (Corporate/M&A), Gerald Schachner, Nicolas Wolski, Dr. Kornelia Wittmann (alle Steuerrecht), Gerhard Fussenegger (Wettbewerbsrecht), Dr. Sonja Dürager (IP); Associates: Roland Juill (Corporate/M&A), Paul Pfeifenberger (Arbeitsrecht), Dr. Stanislav Nekrasov (Steuerrecht), Tamara Tomic (Corporate/M&A), Lukas Hora (Steuerrecht), Daniel Zahourek (Corporate/M&A; letztere drei Rechtsanwaltsanwärter)
Pistotnik & Krilyszyn (Wien): Dr. Karl Pistotnik – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Wildmoser Koch gehört in Linz zu den gefragten Einheiten, insbesondere wenn es um die gesellschaftsrechtliche Beratung und M&A-Transaktionen geht. Partnerin Anzinger berät Stammmandantin Vivatis regelmäßig bei M&A-Transaktionen. In den vergangenen Jahren war sie etwa bei den Zukäufen der Tiefkühlfirma Frisch & Frost oder des Knödel-Segments von Condeli beteiligt. Steuerlich begleitete BDO die Transaktion, als finanzierende Bank stand die Raiffeisen Bank International (RBI) bereit. 

bpv Hügel hatte Wojnar bislang ausschließlich steuerrechtlich beraten und setzte sich in einem Pitch nun für die Beratung dieser Transaktion durch. Die steuerliche Strukturierung stand auch hier im Vordergrund, weswegen mit Schachner, Wolski und Wittmann gleich drei Steuerrechtspartner der Kanzlei maßgeblich beteiligt waren. Für die gesellschaftsrechtlichen Fragen zeichnete indes der Mödlinger Corporate-Partner Lettau verantwortlich. Ein wichtiger Teil der Transaktion lag zudem in der Übertragung der Markenrechte, die separat verkauft wurden. Als Investmentbank war verkäuferseitig GCA Altium involviert, zudem KPMG als Finanzberater.

Anstelle einer internen Rechtsabteilung war der langjährige Wojnar-Berater Dr. Karl Pistotnik von der kleinen Wiener Einheit Pistotnik & Krilyszyn in die Transaktion eingebunden. (Annette Kamps) 

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