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25.08.2021

Bankenpleite: Abel verwaltet Autobank-Insolvenz

Am Dienstag wurde das Konkursverfahren über das Vermögen der Wiener Autobank am Handelsgericht Wien eröffnet. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte der Bank bereits Ende Juli die Fortführung ihrer Geschäfte untersagt und am 17. August die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Dieses erfolgt nun ohne Eigenverwaltung.

Norbert Abel

Norbert Abel

Die auf Pkw-Finanzierungen spezialisierte Bank verfügt noch über liquide Mittel von 44,8 Millionen Euro. Demgegenüber stehen fällige Forderungen der Einlagensicherung Austria (ESA) in Höhe von aktuell 72,9 Millionen Euro. Die Gesamtforderungen der Sicherungseinrichtung könnten sich noch auf in etwa 107 Millionen Euro erhöhen, wenn alle Bankkunden die Sicherung ihrer Einlagen in Anspruch nehmen. Die Insolvenz betrifft 31 Dienstnehmer.

Gläubiger können ihre Forderungen bis 6. Oktober anmelden. Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 20. Oktober am Handelsgericht Wien angesetzt.

Mit der Geschäftsaufgabe der Autobank springt innerhalb kurzer Zeit zum dritten Mal die Einlagensicherung ein. 2020 waren zunächst die frühere Meinl Bank und später die Commerzialbank Mattersburg kollabiert. Das private Einlagensicherungssystem ESA sichert pro Kunde Einlagen bis zu 100.000 Euro und Anlegerentschädigungsansprüche bis zu 20.000 Euro ab. 

Masseverwalter Autobank AG
Abel (Wien): Nobert Abel, Matthias Prior (Masseverwalterstellvertreter)

Martin Oppitz

Martin Oppitz

Schuldnervertreter
A2O (Wien): Dr. Martin Oppitz (Bank- und Kapitalmarktrecht)
Thaler Legal (Wien): Christian Thaler (Insolvenzrecht)

Vertreter Einlagensicherung Austria
Preslmayr (Wien): Christian Podoschek (Federführung), Dr. Matthias Schmidt (beide Insolvenzrecht; Schadenersatzrecht)

Hintergrund: Der von Handelsgericht Wien zum Masseverwalter bestellte Abel zählt zu den angesehensten Insolvenzrechtlern in Österreich. Unter anderem verwaltete er die Wienwert-Pleite 2018. Im vergangenen Jahr war er etwa als Schuldnervertreter für die insolvente Huber-Gruppe tätig.

Die Autobank setzte zuletzt auf unterschiedliche Berater. Neben der laufenden Beratung durch den Wiener Einzelanwalt Strebl hatte bpv Hügel der Bank im vergangenen Jahr beim möglichen Einstieg von Investoren zur Seite gestanden. Brandl Talos hingegen hatte aufsichtsrechtlich und bei einer internen Untersuchung beraten.

Im Konkursverfahren vertritt nun der bekannte Bank- und Kapitalmarktrechtler Oppitz federführend. Auch er hatte das nun insolvente Institut bereits zuvor beraten. Ihm zur Seite steht der ehemalige Schindler- und Fellner Wratzfeld-Partner Christian Thaler. Dieser hatte nach seinem Weggang von Schindler im November 2020 eine auf streitiges Gesellschaftsrecht sowie Insolvenz und Restrukturierung spezialisierte Kanzlei gegründet und arbeitet seitdem eng mit Oppitz’ Kanzlei A2O zusammen. Die Kooperation selbstständiger Anwälte A2O hatte sich 2016 gegründet und besteht aus Dr. Marie-Agnes Arlt und Dr. Martin Oppitz. Das dritte Gründungsmitglied, Hermann Ortner, hatte die Kanzlei 2020 verlassen und ist nicht mehr als Anwalt tätig.

Insolvenzrechtler Podoschek hatte die ESA bereits bei der Pleite der Anglo Austrian AAB Bank, der ehemaligen Meinl Bank, sowie der Commerzialbank beraten. (Annette Kamps)

Der Artikel wurde am 26.08.2021 angepasst.

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