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08.09.2021

Großhandel: Metro will mit Dorda und Wolf Theiss in Österreich expandieren

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro erweitert in Österreich sein Großhandelsgeschäft mit Hotels, Gaststätten und für Gemeinschaftsverpflegung. Er hat sich mit der Rewe-Tochter Adeg darauf geeinigt, neun Großhandelsmärkte der Tochter C&C Abholgroßmärkte zu erwerben, die 2019 auf einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro kamen. Eine Freigabe durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) steht aus.

Christian Ritschka

Christian Ritschka

Die neun Abholgroßmärkte (AGM) kommen insgesamt auf rund 20.000 Kunden und beschäftigen rund 400 Mitarbeiter an den Standorten Bludenz, Graz, Hartberg, Klagenfurt, Liezen, Neusiedl, Spittal an der Drau, St. Pölten und Wiener Neustadt. Metro betreibt selbst bereits zwölf Großhandelsmärkte, insbesondere in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland. 

Die BWB hat im Rahmen ihrer Zusammenschlussprüfung eine Onlinebefragung gestartet. Sie richtet sich an die wesentlichen Unternehmen des Lebensmittelgroßhandels sowie über tausend Kunden von AGM und Metro. Die Behörde kündigte an, in ihrer Untersuchung besonderes Augenmerk „auf die bisherige Unterscheidung in ‚Abholgroßhandel‘ und ‚Zustellgroßhandel‘ zu legen“.

Nicht Gegenstand des Erwerbs sind die AGM-Standorte Hohenems, Lauterach und Wien‑Floridsdorf, die Rewe behält. Unberührt bleiben auch die Adeg Zell am See, die in den Bundesländern Salzburg und Tirol fünf C&C-Märkte unter der Marke ‚AGM‘ betreibt, und die Adeg Wolfsberg; zu ihr gehören zwei AGM-Märkte in Kärnten.

Für Metro ist die Transaktion der vierte Zukauf im Horeca-Geschäft (Hotel/Restaurant/Café) seit Mitte 2020. Zuvor hatte der deutsche Handelsriese zwei Lebensmittellieferanten auf der iberischen Halbinsel erworben, die Aviludo Group in Portugal und Davigel in Spanien. Deren Umsatz summierte sich nach Firmenangaben 2019 auf rund 187 Millionen Euro. Außerdem stieg Metro zwischenzeitlich mit knapp 25 Prozent beim nordfranzösischen Fischverarbeiter Filpromer ein.

Günter Bauer

Günter Bauer

Berater Metro
Inhouse Recht (Metro; Düsseldorf): Dr. Matthias Kühn (Federführung), Dr. Simon Boll (beide Legal M&A), Manuel Bermudez Caballero (Kartellrecht), Thomas Honnet (Einkaufsrecht), Laura Reiling (IP), Dr. Christoph Kämper (General Counsel und Leiter M&A), Nils Hoffmann (Leiter Legal M&A) 
Inhouse Recht (Metro Österreich; Wien): Dr. Gero Dittrich (Head of Legal) 
Dorda (Wien): Dr. Christian Ritschka (Federführung); Associate: Patricia Backhausen (beide Corporate/M&A) 
Wolf Theiss
(Wien): Dr. Günter Bauer, Robert Wagner (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt 
Inhouse Steuern
(Metro; Düsseldorf): Larina Obraszov (Tax M&A)
Inhouse Steuern (Metro Österreich; Wien): Amela Poglitsch (Head of Tax) 
Ernst & Young (Wien): Dr. Roland Rief, Dr. Christian Massoner; Associates: Melanie Raab, Nina Peinsipp (alle Steuern)

Clemens Grossmayer

Clemens Grossmayer

Berater Rewe
Inhouse Recht (Köln): Christoph Schmid (Corporate/M&A), Dr. Beatrice Fischer (Kartellrecht)
CMS Reich-Rohrwig Hainz
(Wien): Dr. Clemens Grossmayer (Corporate/M&A), Dr. Jens Winter (Arbeitsrecht), Dr. Johannes Hysek (Liegenschaftsrecht), Hans Lederer (IT-Recht); Associate: Christoph Birner (Corporate/M&A; Rechtsanwaltsanwärter) 
Schönherr (Wien): Dr. Hanno Wollmann (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt 
Inhouse Steuern (Köln): Dr. Andre Dennisen (Leiter International Tax)
Inhouse Steuern (Wien): Michael Reithmaier (Leiter Steuerabteilung)
Deloitte (Wien): Edgar Huemer, Christoph Riegler (Steuern)

Hintergrund: Außergewöhnlich an der Beraterkonstellation ist, dass die beiden deutschen Handelsunternehmen für die M&A und die kartellrechtliche Beratung verschiedene Kanzleien beauftragten. Die fusionskontrollrechtlichen Berater kamen dem Vernehmen nach über vorausgegangene Mandatierungen zum Zug. Für die M&A-Beratung zu dem Deal nach österreichischem Recht setzten sich Dorda und CMS jeweils über eine Ausschreibung durch. Für die Wiener CMS-Berater ist die Kölner Rewe-Zentrale eine neue Mandantin.

Für den Kauf von Lekkerland mandatierte Rewe 2019 Taylor Wessing mit einem Team aus verschiedenen deutschen, niederländischen und österreichischen Standorten sowie zusätzlicher kartellrechtlicher Beratung von Freshfields Bruckhaus Deringer in Brüssel. Den Erwerb des österreichischen Lekkerland-Geschäfts untersagte damals die BWB. (Raphael Arnold)

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