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16.06.2021

Bankverkauf: Apollo gibt slowenische Nova KBM mit Wolf Theiss nach Ungarn ab

Die OTP-Bank aus Budapest hat sich auf den Weg gemacht, in Slowenien Marktführer zu werden. Dazu kauft das Institut für rund eine Milliarde Euro die zweitgrößte Bank des Landes, die Nova KBM (NKBM). Ein Abschluss der Transaktion ist im Frühsommer 2022 geplant, wenn alle regulatorischen Freigaben vorliegen.

Markus Bruckmüller

Markus Bruckmüller

Die ungarische Käuferin hält bereits die slowenische SKB Banka, die sie 2019 für 323 Millionen Euro von der französischen Großbank Société Générale erwarb. Gemeinsam mit der NKBM kommt die Gruppe voraussichtlich auf einen Marktanteil von rund 29 Prozent. Davon entfallen gut 20 Prozent auf die bisherige NKBM.

Ein weiterer Bieter für die NKBM war das belgische Kreditinstitut KBC. Seit 2015 gehörte ein 80-Prozent-Anteil an der NKBM dem Private-Equity-Haus Apollo, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hielt die verbleibenden 20 Prozent; der Kaufpreis betrug damals rund 250 Millionen Euro. Zwei Jahre zuvor hatte der slowenische Staat die Banken des Landes mit drei Milliarden Euro gerettet, weil sie drohten, unter der Last ausfallgefährdeter Kredite zusammenzubrechen.

Das slowenische Institut erwirtschaftete 2020 einen Gewinn von rund 209 Millionen Euro und beschäftigte 2.075 Mitarbeiter. 2019 kaufte die NKBM für 444 Millionen Euro den lokalen Wettbewerber Abanka, für den sich bereits damals auch die OTP interessierte.

Berater OTP
Bird & Bird (Budapest): Pál Szabó (Corporate/M&A), László Zlatarov (Kartellrecht); Associate: Dária Szabó (Corporate/M&A)
Šelih (Ljubljana): Nataša Pipan Nahtigal, Mia Kalaš, Jera Majzelj; Associate: Špela Remec (alle slowenisches Recht)

Berater Apollo/EBRD
Paul Weiss Rifkind Wharton & Garrison (London): Ramy Wahbeh; Associate: Kaisa Kuusk (beide Corporate/M&A)
Wolf Theiss (Ljubljana): Dr. Markus Bruckmüller (Federführung; Corporate/M&A); Klemen Radosavljević, Melinda Pelikán (Budapest; beide Bank-/Finanzrecht), Klara Miletič (IP/IT), Petra Jermol (Immobilienrecht), János Tóth (Budapest), Tjaša Lahovnik (beide Corporate/M&A), Dr. Günter Bauer, Robert Wagner (beide Kartellrecht, beide Wien); Associates: Neja Nastran (Bank-/Finanzrecht), Simon Tecco (Konfliktlösung), Ana Zorn, Matej Kraner, Iva Šturm, Jernej Renko (Corporate/M&A), Larisa Primožič (Datenschutzrecht)

Berater Nova KBM
Fatur Menard (Ljubljana): Dr. Maja Menard (Corporate)

Hintergrund: Der Budapester Bird & Bird-Partner Szabó beriet die OTP schon bei mehreren Zukäufen in den vergangenen Jahren, darunter beim Erwerb von Instituten in Serbien und Rumänien. Er ist seit Anfang 2018 bei Bird & Bird und leitete zuvor die Bereiche M&A und Arbeitsrecht im Budapester Büro von Weil Gotshal & Manges. Seine Laufbahn begann er 2005 bei Allen & Overy in der ungarischen Hauptstadt. In Slowenien zog sein Team die Kanzlei Šelih hinzu.

Bruckmüller von Wolf Theiss war bereits im Tandem mit Wahbeh von Paul Weiss für Apollo tätig, als das Private-Equity-Haus im Zuge der slowenischen Bankenkrise 2015 gemeinsam mit der EBRD die NKBM erwarb. Danach schlossen sich weitere Transaktionen an, unter anderem der Kauf der Abanka 2019. Die NKBM berappte damals 500 Millionen Euro für die staatseigene, drittgrößte Bank des Landes. Während Paul Weiss vor allem für den Anteilskaufvertrag zuständig war, übernahm Wolf Theiss die Angelegenheiten nach slowenischem Recht. Das ungarische Wolf Theiss-Team war insbesondere wegen der nötigen Genehmigung des Erwerbs durch die dortigen Behörden einbezogen.

Das Management der NKBM setzte auf seine angestammte Rechtsberaterin, Namenspartnerin Menard von Fatur Menard. Sie berät die Chefetage des Kreditinstituts seit Jahren. (Raphael Arnold)

Aktualisiert am 17. Juni 2021.

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