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13.04.2010

‚Hanse-Netz‘: LNGV verteidigt mit BBG erfolgreich Vergabe an Metronom

Die DB Nahverkehr Eins GmbH hat ihren Nachprüfungsantrag zur Ausschreibung des sogenannten ‚Hanse-Netzes‘ zurückgezogen. Zuvor hatte die Vergabekammer Lüneburg in der mündlichen Verhandlung die Abweisung des Antrags erkennen lassen. Somit steht dem Zuschlag an den privaten Konkurrenten Metronom Eisenbahngesellschaft mbH nichts mehr im Weg.

Linnemeyer_Malte
Malte Linnemeyer

Der ‚Hanse-Netz‘-Auftrag umfasst bei einem Volumen von mehreren Millionen Euro den Betrieb eines Eisenbahn-Streckennetzes zwischen Bremen, Hamburg und Uelzen von 2010 bis 2018. Auftraggeber sind die Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Städte Hamburg und Bremen.

Nach der Ausschreibung 2009 hatten Metronom und DB Nahverkehr Angebote eingereicht, die Angaben der DB-Tochter zufolge um einen zweistelligen Millionenbetrag differierten. Das günstigere Angebot der DB Nahverkehr befanden die Auftraggeber jedoch als nicht zuschlagsfähig.

Es bestand die Vermutung, dass das Angebot unverhältnismäßig sei und mit der verlangten Summe der ausgeschriebene Auftrag nicht erfüllt werden könne. Die Nachweise der DB Nahverkehr überzeugten die Auftraggeber nicht, laut Marktinformationen soll die DB-Tochter an verschiedenen Stellen auf das Geschäftsgeheimnis bestanden und diese Haltung im Verfahren nicht aufgegeben haben. Den Zuschlag erhielt dann das teurere Angebot der Metronom. Daraufhin reichte die DB-Tochter einen Nachprüfungsantrag ein. (Parissa Kerkhoff)

DB Nahverkehr Eins
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Olaf Otting, Dr. Wiland Tresselt – aus dem Markt bekannt

LNVG, Stadt Hamburg, Stadt Bremen
BBG und Partner (Bremen): Dr. Malte Linnemeyer, Dr. Niels Griem

Metronom (Beigeladene)
Prof. Versteyl Rechtsanwälte: Dr. Angela Dageförde (Hannover), Carsten Brüninghaus (Berlin)

Vergabekammer Lüneburg
Volker Gause (Vorsitzender)

Hintergrund: Die BBG-Partner Linnemeyer und Griem beraten die LNVG regelmäßig und waren bereits bei der Ausschreibung eingeschaltet worden. Vor rund zwei Jahren berieten beide die LNVG und den Bremer Senat bei der Vergabe des Bremer S-Bahn-Betriebs. Auch damals hatte eine im Vergabeverfahren unterlegene DB-Tochter, die DB Regio, einen Nachprüfungsantrag gestellt, den sie vor dem OLG Celle nach der mündlichen Verhandlung zurückzog (mehr…).

Die Gleiss-Anwälte Otting und Tresselt standen 2008 ebenfalls auf der Seite der DB-Tochter. Das Duo begleitete die DB Regio erfolgreich, als diese im vergangenen Jahr den Zuschlag erhielt, das Stuttgarter S-Bahn-Netz zu betreiben (mehr…). Neben Gleiss Lutz mandatieren die Deutsche Bahn und ihre Töchter regelmäßig auch andere Kanzleien wie Redeker Sellner Dahs & Widmaier oder Freshfields Bruckhaus Deringer. 

Versteyl-Partnerin Dageförde hat die Vergabepraxis der öffentlich-rechtlichen Boutique immer weiter ausgebaut. Seit 2006 betreut sie Metronom regelmäßig. Brüninghaus wechselte im Oktober 2009 in das Berliner Versteyl-Büro. Er kam von Avocado, die er 2005 mitgegründet hat (mehr…).

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