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10.06.2011

Lizenz erhalten: DHC Rheinland mit Andres und Nachmann erfolgreich

Das Insolvenzverfahren des Handballclubs DHC Rheinland ist beendet. Das Amtsgericht Düsseldorf hat es heute aufgehoben. Damit erhält der Dormagener Verein von der Handball-Bundesliga (HBL) die Lizenz für die neue eingleisige 2. Liga.

Die Aufhebung des Insolvenzverfahrens hatte das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga zwingend verlangt, damit der Verein in der kommenden Saison weiter im Profibereich spielen kann. Der DHC war insbesondere durch die finanziellen Probleme seines Hauptsponsors, des Online-Jobportals HR Commitment ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. HR Commitment sollte mit 350.000 Euro einen wesentlichen Teil zum Etat von 1,6 Millionen Euro beitragen, für das Unternehmen begann aber bereits im vergangenen Jahr ein Insolvenz-Prüfverfahren.

Thomas Summerer

Mit der Eröffnung des eigenen Insolvenzverfahrens im Februar dieses Jahres stand der DHC Rheinland als Absteiger aus der 1. Liga automatisch fest.Die Lizenzierungskommission der HBL hatte den Dormagenern zunächst auch die Lizenz für die 2. Liga im April verweigert. Der DHC legte darauf Beschwerde ein. Eine Klage gegen die Nicht-Erteilung einer Lizenz für die Erste Liga  zog der Club zurück, behielt aber sie aber für die 2. Liga aufrecht.  Das Schiedsgericht der HBL gab der Klage schließlich unter der Bedingung statt, dass das Insolvenzverfahren bis heute aufgelöst wird.

Die Gläubigerversammlung des inzwischen auch sportlich aus der 1. Liga abgestiegenen Vereins stimmte dem Prozedere Ende Mai zu. Heute lief nun die Beschwerdefrist ab, die Entscheidung ist damit bindend für die HBL. In die kommende Saison muss der DHC aber mit acht Minuspunkten starten.

Insolvenzverwalter DHC Rheinland
Andres Schneider (Düsseldorf): Dr. Dirk Andres

Berater Insolvenzverwalter
Andres Schneider (Düsseldorf): Dr. Claus-Peter Kruth; Associate: Alexander Müller

Vertreter DHC Rheinland
Nachmann & Kollegen (München): Dr. Thomas Summerer

Amtsgericht Düsseldorf
Petra Klaßen-Rövel (Rechtspflegerin)

Schiedsgericht Handball-Bundesliga
Dr. Stefan Tholund (Vorsitzender), Dr. Jürgen Punke , Paul-Werner Beckmann

Hintergrund: Die Insolvenz- und Sanierungskanzlei Andres Schneider war intensiv in den Insolvenzkomplex eingebunden: Winfried Andres betreut die Insolvenz des Jobportals HR Commitment, Hauptsponsor des DHC Rheinland und sein Sohn Dirk Andres das Insolvenzverfahren des Vereins selbst.

Andres Schneider hat mit Insolvenzen von Sportvereinen bereits größere Erfahrung und betreute unter anderem schon die Verfahren des Fußballclubs VfB Leipzig, des Basketballvereins Brandt Hagen und vor gut einem Jahrzehnt auch das des Eishockey-Traditionsvereins Düsseldorfer EG.

Thomas Summerer kam dem Vernehmen nach über Kontakte aus dem Umkreis der DHC-Rheinland-Geschäftsführung ins Mandat. Der Münchner Nachmann-Partner gehört zu den bekanntesten deutschen Sportrechtlern und leitete  jahrelang die Rechtsabteilung der Deutschen Fußball Liga (DFL), bevor er sich 2007 CMS Hasche Sigle anschloss (mehr…). Im vergangenen Jahr kehrte er dann zu Nachmann zurück, für die er früher bereits tätig war (mehr…). Neben seinem Schwerpunkt Fußball berät Summer auch im Handballbereich und ist dort in einem weiteren öffentlichkeitswirksamen Komplex vertreten. So mandatierte ihn die SG Flensburg-Handewitt im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen, die der Club gegenüber dem Handball-Rekordmeister THW Kiel erhebt. Flensburg-Handewitt wirft dem Konkurrenten vor, während der Amtszeit von Ex-Manager Schwenker und Ex-Trainer Serdarusic mindestens zehn Champions-League- Partien manipuliert zu haben, darunter das Finale 2007 gegen die Flensburg. Der Prozess soll in diesem Sommer beginnen.

Beim ständigen Schiedsgericht der HBL hatte der Kieler Handels- und Gesellschaftsrechtler Stefan Tholund den Vorsitz. Tholund ist Partner der örtlichen Sozietät Wegner Stähr & Partner. Daneben war das Gericht mit dem Flensburger Anwalt Jürgen Punke und dem Arbeitsrechtler Paul-Werner Beckmann besetzt. Beckmann ist Namenspartner der Herforder Sozietät Beckmann & Massmann. (René Bender)

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