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02.01.2012

Anklage: HSH-Vorstände setzen auf Hamburger und Kölner Verteidiger

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat gegen sechs ehemalige Vorstände der HSH Nordbank Anklage wegen Untreue im besonders schweren Fall und Bilanzfälschung erhoben. Die Vorwürfe richten sich gegen die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dirk Nonnenmacher und Hans Berger sowie die Ex-Vorstände Jochen Friedrich, Peter Rieck, Bernhard Visker und Hartmut Strauß.

Pressemeldungen zufolge liegen den Vorwürfen die als Omega 55 bekannt gewordenen Wertpapiergeschäfte aus dem Jahr 2007 zugrunde. Diese Geschäfte führten zu einer Millionen-Euro-Abschreibung für die Bank, die dadurch so stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass sie mit Milliardenhilfen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden musste.

In der Folge kam es zu weiteren negativen Schlagzeilen, Untersuchungsausschüsse in beiden Bundesländern setzten sich mit den Zuständen bei der HSH auseinander.

Vertreter Dirk Nonnenmacher
Prof. Dr. Heinz Wagner (Ahrensburg)

Vertreter Hans Berger
Otmar Kury (Hamburg)

Vertreter Jochen Friedrich
Prinzenberg Prien Sendler (Hamburg): Wolfgang Prinzenberg

Vertreter Peter Rieck
Gatzweiler & Münchhalffen (Köln). Prof. Norbert Gatzweiler

Vertreter Bernhard Visker
Gatzweiler & Münchhalffen (Köln): Gaby Münchhalffen

Vertreter Hartmut Strauß
Ahlenstorf Scheffler Daum (Hamburg): Reinhard Daum

Staatsanwaltschaft Hamburg
Bernd Gies (Oberstaatsanwalt), Karsten Wegerich (Staatsanwalt)

Hintergrund: Alle Vertreter sind schon seit Längerem aus dem Markt bekannt und stehen ihren Mandanten von Anfang an zur Seite.

Die Affären um die HSH beschäftigten im Verlauf der letzten Jahre eine Vielzahl von Anwälten unterschiedlicher Ausrichtung (mehr…). Die Besetzung der Verteidiger-Riege in dieser Sache ist relativ inhomogen. Während Kury und die Kölner Anwälte Gatzweiler und Münchhalffen im Markt bundesweit anerkannt sind und immer wieder in großen Wirtschaftsstrafverfahren agieren, sind Daum und Prinzenberg in großen Verfahren bislang weniger in Erscheinung getreten. Wagner wiederum war früher Strafrechts-Professor an der Kieler Universität.

Die HSH selbst ist langjähriger Mandant von Freshfields Bruckhaus Deringer. Sie beriet das Bankhaus zum Beispiel hinsichtlich der Finanzspritze durch die Bundesländer (mehr…). Die Kanzlei hatte auch ein Gutachten für die Bank gemacht, das sich mit den Omega-Geschäften auseinandersetzte. Soweit bekannt, kamen die Anwälte zu dem Schluss, dass ein strafrechtlicher Vorwurf nicht zu machen sei. Freshfields hatte auch interne Ermittlungen in der Bank mit betreut. Die Hamburger Staatsanwaltschaft griff im Verlauf ihrer Ermittlungen auf die Unterlagen der Anwälte zu und beschlagnahmte sie. (Astrid Jatzkowski)

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