Artikel drucken
22.03.2012

Streit beigelegt: Drillisch und Telekom einigen sich mit Beiten und Hengeler

Der Mobilfunkdienstleister Drillisch und die Deutsche Telekom haben ihren Streit um Betrugsvorwürfe beigelegt. Verschiedene Gesellschaften des Drillisch-Konzerns haben eine Vereinbarung mit der Deutschen Telekom AG und deren Tochter Telekom Deutschland GmbH geschlossen. Damit sollen alle zwischen der Telekom und Drillisch anhängigen Zivilverfahren beendet werden.

Christof Aha

Christof Aha

Die Vereinbarung soll auch sicherstellen, dass die Übernahme von Kunden, die nach der Beendigung der Verträge noch immer im Telekomnetz telefonieren, reibungslos vonstatten geht und die verbleibenden Kunden weiterhin das Telekomnetz nutzen könnten. Der Vollzug der Vereinbarung steht noch unter verschiedenen Vorbehalten, insbesondere der Freigabe des Bundeskartellamtes.

Die Telekom hatte im November ihre Zusammenarbeit mit Drillisch mit der Begründung beendet, Drillisch habe sich Provisionen erschlichen. Daraufhin verlangte die Telekom Provisionszahlungen in einstelliger Millionenhöhe zurück. Drillisch betreibt kein eigenes Mobilfunknetz, sondern kauft Gesprächsminuten von den großen Netzbetreibern ein und vertreibt sie unter eigenen Marken weiter. Gegen eine dieser Marken, die Drillisch-Tochter Simply, hatte sich der Betrugsverdacht der Telekom gerichtet. Der Konzern gab an, die Drillisch-Tochter Simply hätte seit Februar 2011 mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert und dafür Provisionen erhalten, jedoch habe es sich um Scheinkunden gehandelt.

Die Telekom erstattete auch Strafanzeige gegen Drillisch. Der Mobilfunkdienstleister hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und seinerseits Strafanzeige gegen den Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance der Telekom, Manfred Balz, erstattet . Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Hanau ein Ermittlungsverfahren gegen Balz eingeleitet. Grund war der Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Verbot der Marktmanipulation (§ 20a WpHG). JUVE-Informationen zufolge dauern die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen an.

Vertreter Deutsche Telekom AG
Inhouse (Bonn): Dr. Uli Kühbacher, Priska Holubek, Patrick Bavink
Hengeler Mueller: Prof. Dr. Wolfgang Spoerr (Berlin), Dr. Christof Jäckle (Frankfurt); Associates: Dr. Fabian Quast, Dr. Matthias Berberich (beide Berlin)

Vertreter Drillisch
Beiten Burkhardt: Dr. Christof Aha (Frankfurt), Mathias Zimmer-Goertz (Düsseldorf)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Hengeler gilt als Stammberaterin der Deutschen Telekom. Unter der Federführung von Partner Jäckle gelang 2011 nach über elf Jahren zähen Ringens der Erwerb des polnischen Mobilfunkers Polska Telefonica Cyfrowa (mehr…), auch im sogenannten Toll Collect-Verfahren steht die Kanzlei der Telekom zur Seite (mehr…).

Beiten-Partner Aha hatte Drillisch erstmals 2009 beim Erwerb der Mehrheit an dem Münchner Online-Vertriebsspezialisten Eteleon e-solutions beraten (mehr…).

White & Case begleitet seit vielen Jahren die Hauptversammlung von Drillisch. Die Kanzlei beriet das Unternehmen unter anderem auch 2006 beim spektakulären Einstieg in das Telekommunikationsunternehmen Mobilcom (mehr…). (Geertje Oldermann)

  • Teilen