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10.04.2012

Commerzbank-Geldwäsche-Verfahren: Frankfurter Verteidigerriege erreicht Einstellung nach sieben Jahren

Das Verfahren gegen den ehemaligen Commerzbank-Vorstand Andreas de Mazière, weitere ehemalige und aktuelle Commerzbank-Mitarbeiter und den dänischen Rechtsanwalt Jeffrey G. ist eingestellt. 2005 hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft begonnen, gegen eine Reihe von Personen zu ermitteln, die in großem Stil über Konten der Commerzbank Geld gewaschen haben sollten.

Bernd Groß

Bernd Groß

Die Einstellung erfolgte gegen Geldauflagen, bei de Mazière Marktinformationen zufolge ohne Auflage. Gegen die Commerzbank selbst war nicht ermittelt worden.

Die Ermittlungsbehörde ging seit damals dem Verdacht nach, dass die Beschuldigten veruntreute Gelder über die Frankfurter Firma Eurokapital nach Russland geschafft  hatten. Eurokapital wird geführt von den früheren Commerzbank-Mitarbeitern Michael N. und Vadim V. Die Rede war von einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Uwe J. war seinerzeit Presseberichten zufolge bereits freigestellt. Torsten E. ist bis heute für die Commerzbank in Russland tätig.

Zudem untersuchten die Ermittler die Geschäfte der russischen Telekominvest, an der die Commerzbank in den 1990er Jahren eine indirekte Beteiligung hielt und hinter der der russische Minister Leonid Reimann, vertreten durch den dänischen Anwalt Jeffrey G., stand. Ermittelt wurde auch bei Schweizer Anwälten.

Nach siebenjährigen Ermittlungen stellte die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen alle Beteiligten nun  ein. Wie es heißt, waren die Beträge moderat.

Vertreter Andreas de Mazière
Schiller & Kollegen (Frankfurt): Dr. Wolf Schiller

Vertreter Michael N.
Hamm Partner (Frankfurt): Dr. Regina Michalke, Dr. Wolfgang Köberer

Vertreter Vadim V.
Dr. Thomas Vogt (Frankfurt)

Vertreter Uwe J.
Vogt & Bähr (Frankfurt): Dr. Erich Bähr

Vertreter Torsten E.
Dr. Schneider & Partner (Frankfurt): Dr. Friedrich Schultehinrichs

Vertreter Jeffrey G.
Feigen Graf (Frankfurt): Hanns Feigen, Dr. Bernd Groß

Staatsanwaltschaft Frankfurt
Heinz-Ernst Klune (Oberstaatsanwalt)

Hintergrund: Alle Vertreter sind aus dem Markt bekannt. Die Anwälte blieben, soweit bekannt, über die Jahre dieselben (mehr…). An der Seite voon Anwalt G. übernahm Groß neben Feigen im Verlauf der Zeit mehr Verantwortung. Oberstaatsanwalt Klune ging vor wenigen Tagen in den Ruhestand. Die Wirtschaftsabteilung leitete er seit 1997. Anfang der 1990er Jahre war er Ankläger in dem sogenannten co-op-Verfahren.


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