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13.12.2012

Oppenheim-Esch-Prozess: Milliardär von Finck geht mit Wirsing Hass Meinhold in Berufung

Der Bankerbe Wilhelm von Finck junior hat im Schadensersatzstreit mit der Fondsgesellschaft Oppenheim-Esch gegen ein Urteil des LG Bonn Berufung eingelegt. Der Prozess um 47 Millionen Euro wegen zweier Beteiligungen an Oppenheim-Esch-Fonds geht damit vor das OLG Köln.

Konkret geht es um zwei Immobilien in München und Potsdam, die die Fondsgesellschaften dem inzwischen insolventen Warenhauskonzern Arcandor vermietet hatten. Die Insolvenz des Unternehmens sorgte dafür, dass die Rendite weit hinter den Versprechungen der Fondsinitiatoren zurückblieben. Konzipiert wurden die Fonds vom Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch und dem Bankhaus Sal. Oppenheim. In der Klage macht von Finck vor allem geltend, dass er über das unternehmerische Risiko seines Investments nicht ausreichend aufgeklärt worden sei. Zudem habe es interne Absprachen zwischen den Initiatoren und der Mieterin gegeben, ohne die Investoren darüber zu informieren.

Das LG Bonn hatte die Klage abgewiesen (Az. 2 O 462/09). Schon in der mündlichen Verhandlung machte die Richterin deutlich, dass sie von Finck nicht folgen wird (mehr…). In der Urteilsbegründung heißt es, dass die Beklagten ihre Pflichten nicht verletzt hätten. Ein Anspruch auf Schadensersatz wegen eines fehlerhaften Prospekts komme schon deshalb nicht in Betracht, weil es sich bei Fonds-Unterlagen nicht um einen vollständigen Prospekt handele und zudem auf mündliche Erklärungen verwiesen worden sei. Von Finck müsse sich das Wissen seines für die Vertragsverhandlungen eingeschalteten eigenen Beraters zurechnen lassen. Außerdem hätten Esch und Sal. Oppenheim zum Zeitpunkt der Beteiligung nicht erkennen können, dass der damals noch unter dem Namen KarstadtQuelle firmierende Arcondor-Konzern später pleite gehen würde.

Vertreter Wilhelm von Finck junior
Wirsing Hass Meinhold (München): Dr. Georg Wirsing, Dr. Wilko Meinhold, Dr. Bastian Aurich, Dr. Michael Zoller

Vertreter Sal. Oppenheim
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Köln): Dr. Frank Wardenbach, Markus Schmülling
Inhouse (Köln): Dr. Jörg Mucke (Leiter Rechtsabteilung), Alexander Geuer

Vertreter Esch-Gruppe
Busse & Miessen (Bonn): Dr. Torsten Arp, Wolfgang Miessen, Michael Schorn, Dr. Christof Kiesgen

OLG Köln: nicht bekannt

Hintergrund: Mit der Revision setzt sich von Finck in dem Streitkomplex an die Spitze von vielen Oppenheim-Esch-Investoren. Dabei baut er auf seine Stammberaterin Wirsing Hass Meinhold aus München. Das Mandatsverhältnis erstreckt sich nicht nur auf die Vertretung in Prozessen, sondern ist umfassend angelegt.

Auf Seiten der Anleger ist die Luther am prominentesten vertreten. Sie vertritt etwa die Interessen der Familie Deichmann. Dieser Fall liegt ebenfalls beim LG Bonn (mehr…).

Esch setzt umfassend auf Busse & Miessen. Sal Oppenheim agiert dagegen mit unterschiedlichen Kanzleien. Neben Heuking sind vor allem Noerr, aber auch Hengeler Mueller in diesem Streitkomplex mandatiert (mehr…). (Volker Votsmeier)

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