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16.01.2013

Corealcredit: Salans und Siegmann rollen Prozess gegen Ex-Vorstände neu auf

Die Schadensersatzklage der Corealcredit Bank gegen ihre ehemaligen Vorstände geht in die nächste Runde. Gestern hat der Bundesgerichtshof der Revision der Bank stattgegeben und damit ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt von 2011 aufgehoben. Nun müssen sich erneut Frankfurter Richter mit den möglichen Pflichtverstößen der Bankmanager aus Zinsgeschäften beschäftigen (Az. II ZR 90/11).

Sebastian Schmid

Seine schriftliche Begründung hat der BGH noch nicht veröffentlicht. In der mündlichen Verhandlung kritisierte der 2. Zivilsenat die Entscheidungsfindung der Vorinstanz. Neben diversen formellen Punkten beanstandete der BGH insbesondere, dass die Frage der Pflichtwidrigkeit der Exmanager nicht hinreichend geklärt worden sei. Damit gab der BGH der Revisionsklägerin Recht, die den Gang nach Karlsruhe über eine Nichtzulassungsbeschwerde erreicht hatte. Denn in seinem Urteil von 2011 hatte das OLG Frankfurt eine Revision zum BGH nicht zugelassen (mehr…).

Der Komplex beschäftigt die Gerichte bereits seit über sieben Jahren. Seitdem fordert die Corealcredit von fünf ehemaligen Vorständen wegen vorzeitig aufgelöster Derivatgeschäfte rund 250 Millionen Euro Schadensersatz. Damit ist es eine der größten Schadensersatzklagen aus Manager-Haftung, mit der sich die deutsche Justiz aktuell beschäftigt.

Die Manager gehörten im Zeitraum zwischen 2001 bis 2002 dem Vorstand der damaligen AHBR (Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden). Riskante Derivatgeschäfte führten zu besonders hohen Verlusten bei der AHBR, die 2005 von dem US-Investor Lone Star übernommen wurde. Seit 2007 firmiert die vor allem auf Immobilienfinanzierungen spezialisierte Bank unter dem Namen Corealcredit. 

Vertreter Corealcredit
Dr. Matthias Siegmann (Karlsruhe; BGH-Vertretung)
Salans (Frankfurt): Sebastian Schmid
Inhouse (Frankfurt): Elke Henzler (Leiterin Recht und Personal), Tassilo Hahn

Vertreter Ex-Vorstände und D&O-Versicherer Charis als Streithelfer
Büttner & Baukelmann (Karlsruhe; BGH-Vertretung): Dr. Herrmann Büttner
BLD Bach Langheid Dallmayr (Köln): Björn Seitz, Dr. Theo Langheid
Sachse (Frankfurt): Tanja Karhausen
Doerr Kühn Plück & Makki (Wiesbaden): Dr. Hermann Doerr
Redeker Sellner Dahs (Bonn): Dieter Merkens
Schiedermair (Frankfurt): Christian Scholz
Kliemt & Vollstädt (Düsseldorf): Prof. Dr. Michael Kliemt
Franke (Berlin): Dr. Werner Franke

Bundesgerichtshof Karlsruhe, 2. Zvilsenat
Prof. Dr. Alfred Bergmann (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Die Instanzanwälte sind aus dem OLG-Verfahren bekannt. Jedoch gab es bei Salans, die hier die Interessen von Corealcredit vertritt, personelle Veränderungen. Ihr langjähriger Litigation-Partner Dr. Matthias Haas, der zu den Gründungspartnern des Frankfurter Büros zählte (mehr…), wechselte im Sommer 2011 in die Compliance-Abteilung von MAN (mehr…). Seitdem liegt die Mandatsverantwortung beim Frankfurter Sozius Sebastian Schmid, der neben der Prozessführung seine Erfahrung im Immobilienrecht einbringen kann.

Auf die beiden BGH-Anwälte greifen die beteiligten Kanzleien regelmäßig zurück. Siegmann vertritt die Interessen von Banken sowie Sparkassen (mehr…) und arbeitete schon häufiger mit Salans zusammen. Die Verbindung zwischen Büttner und der Versicherungsboutique BLD ist ebenfalls erprobt. Erst in der vergangenen Woche vertrat dieses Duo die Interessen der Allianz Leben (mehr…). (Marcus Jung)

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