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18.04.2013

Oppenheim-Esch: Kläger Pfeil setzt nun auch auf Schelling & Partner

Vor dem Landgericht Köln streitet der Investor Axel Pfeil weiter mit der Privatbank Sal. Oppenheim um Schadensersatz wegen fehlgeschlagener Investments in die Oppenheim-Esch-Fonds. Als Zeuge trat der ehemals persönlich haftende Gesellschafter der Bank, Christopher Freiherr von Oppenheim, auf (Az. 21 O 2/11).

Holtermüller_Winfried

Winfried Holtermüller

Der Kläger war früher selbst im Bankgewerbe tätig. Pfeil führte als Vorstand die Deutsche Bank-Tochter DB Invest. Er hatte zunächst im Jahr 2000 Fondsanteile an dem Bürohaus Ossendorf IV gezeichnet. 2001 war ihm dann von Christopher von Oppenheim persönlich ein Investment in ein Warenhaus in Potsdam empfohlen worden. Hauptmieter dort war der Warenhauskonzern Karstadt, der dann unter dem Namen Arcandor firmierte und mittlerweile Insolvenz anmelden musste. Beide Fonds verloren erheblich an Wert und erwirtschafteten bei Weitem nicht die erwarteten Rendite.

Im Wesentlichen ging es darum, ob Christopher von Oppenheim und die Bank Aufklärungspflichten gegenüber dem Kunden, insbesondere über die Struktur des Fonds und die kalkulierten Kosten, verletzt haben. Von Oppenheim selbst sah keine Versäumnisse. Er wurde aber von dem ebenfalls als Zeugen geladenen Dr. Thomas Pachmann der Lüge bezichtigt. Pachmann hatte ebenfalls in die Objekte investiert und führt einen Prozess vor dem Landgericht Frankfurt. Neben Köln und Frankfurt ist auch das Landgericht Bonn mit verschiedenen Verfahren befasst. Allerdings hatten erste Klagen wie die des Bankerben Wilhelm von Finck junior keinen Erfolg (mehr…).

Das Kölner Gericht brachte auch einen möglichen Vergleich ins Spiel. Doch insbesondere die Bankseite zeigte sich nicht kompromissbereit. Im September will das Gericht die Entscheidung in diesem Verfahren verkünden.

Vertreter Axel Pfeil
Schelling & Partner (Stuttgart): Dr. Winfried Holtermüller
Sven Achenbach (Frankfurt)

Vertreter Sal. Oppenheim
Noerr (Düsseldorf): Dr. Stefan Blum, Prof. Dr. Christian Pleister (Frankfurt/Berlin)
Inhouse (Köln): Dr. Jörg Mucke (Leiter Rechtsabteilung), Alexander Geuer

Landgericht Köln, 21. Zivilkammer
Stefan Singbartl (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Klägeranwalt Achenbach vertritt auch den als Zeugen geladenen Dr. Thomas Pachmann. Überraschend zeigte sich nun mit Dr. Winfried Holtermüller von Schelling & Partner ein zweiter Anwalt an der Seite von Pfeil. Es ist bekannt, dass Holtermüller die Interessen Dr. Thomas Middelhoffs in zahlreichen Auseinandersetzungen vertritt (mehr…). Middelhoff hat sich auch an Oppenheim-Esch-Fonds beteiligt und war nun als Beobachter sogar persönlich vor Ort.

Noerr ist umfassend für die Sal. Oppenheim-Konzernmutter Deutsche Bank tätig. Über diese Schiene hat Noerr viele Mandate im Oppenheim-Esch-Komplex übernommen. Neben den beider Kölner Sal. Oppenheim-Inhouse-Juristen Mucke und Geuer begleitet auch das Konzernrechtsabteilung der Deutschen Bank die Verfahren. In Köln dabei war auch der frühere Litigation-Chef Dr. Peter Lindt anwesend. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Bank die Leitungsposition mit Dr. Thomas Altenbach neu besetzt hat (mehr…). Beobachter werten die Präsenz von Lindt als Signal dafür, dass sich die Deutsche Bank sich nun deutlich intensiver mit ihren Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, auch bei ihren Tochtergesellschaften, beschäftigt. (Volker Votsmeier)

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