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26.09.2013

Schiedsklage: Schalke greift mit Schmidt von der Osten Latham-Mandant Viagogo an

Im Streit zwischen dem Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 und der Online-Ticketbörse Viagogo kommt es zu einem Schiedsverfahren. Schalke hat bei der deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) eine Schiedsklage eingereicht. Der Verein fordert Schadensersatz für womöglich entgangene Marketingerlöse.

Stefan Bäune

Stefan Bäune

Die Auseinandersetzung hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgangspunkt war die fristlose Kündigung des Vertrags durch Schalke am 9. Juli. Erst kurz vorher war der Kontrakt geschlossen worden.

Schalke beanstandet, dass Viagogo sich trotz mehrfacher Aufforderungen von Beginn an nicht an die vereinbarten Regeln gehalten hat. Entgegen einer vorherigen einvernehmlichen Übereinkunft habe Viagogo den FC Schalke 04 kurz vor Vertragsbeginn massiv unter Druck gesetzt und mehr Ticketkontingente für Spiele eingefordert. Das Unternehmen wiederum warf Schalke vor, aus dem Vertrag auszusteigen, indem Viagogo des vermeintlichen Vertragsbruchs beschuldigt werde.

Der Kontrakt sah ursprünglich vor, dass die Schalker in den nächsten drei Jahren 3,6 Millionen Euro erhalten. Im Gegenzug darf Viagogo pro Jahr 3.000 Karten mit maximal 100-prozentigem Aufschlag weiterverkaufen und alle Ticketverkäufe „von Fan zu Fan“ übernehmen. Das hatte bei den Fans zu Protesten geführt. Der Vorstand kündigte daraufhin an, den Vertrag zu prüfen. Schließlich folgte die Kündigung und nun die Schiedsklage. Als nächstes muss sich das Schiedsgericht konstituieren. Mit einer Entscheidung wird frühestens im Frühjahr 2014 gerechnet.

Mehrere andere Bundesligisten haben Verträge mit Viagogo abgeschlossen. Dazu gehören der FC Bayern München, Hannover 96 und der VfB Stuttgart.

Vertreter FC Schalke 04
Schmidt von der Osten & Huber (Essen): Dr. Stefan Bäune; Associate: Dr. Caspar Luig – aus dem Markt bekannt

Vertreter Viagogo
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Ulrich Börger – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Beide Parteien setzen in der Auseinandersetzung auf Kanzleien, mit denen sie schon langjährig zusammenarbeiten. Schalke beauftragt regelmäßig und in verschiedenen Rechtsgebieten Schmidt von der Osten & Huber. So war die Essener Kanzlei etwa in der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung um die Entlassung des früheren Schalke-Trainers Felix Magath mandatiert (mehr…).

Auch Viagogo lässt sich immer wieder von Latham beraten, so etwa zu datenschutzrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Online-Vertrieb von Konzerttickets. (Volker Votsmeier)

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