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11.09.2014

Nach Korruptionsvorwürfen: Westlotto stellt sich mit Freshfields neu auf

Der Wettanbieter Westlotto hat auf die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Münster reagiert und will Lottomillionäre künftig nicht mehr an einzelne Bankberater vermitteln. Nach einer internen Untersuchung der Vorgänge wird die Betreuung der Gewinner umgebaut.

Tobias Larisch

Tobias Larisch

In der Vergangenheit hatte ein Referatsleiter des Unternehmens aus Münster über Jahre lukrative Kunden an die Privatbank Merck Finck vermittelt. Der mittlerweile entlassene Mitarbeiter hatte im Gegenzug Einladungen zu Fußballspielen angenommen beziehungsweise sich von der Privatbank beschenken lassen. Das künftige Konzept sieht vor, dass immer zwei Westlotto-Mitarbeiter mit den Gewinnern sprechen. Außerdem sollen die Gespräche nur noch in den Räumen von Westlotto in Münster stattfinden.

Zusätzlich will der Wettanbieter systematisch überwachen, ob es auffälligen Zahlungsströme zu einzelnen Banken gibt. Die Compliance-Untersuchung hatte ergeben, dass Westlotto bis 2002 Lottogewinnern regelmäßig eine Kontoeröffnung  bei der WestLB empfohlen hatte. Ab 2013 war dann die Privatbank Merck Finck erste Wahl, sie hatte das Private-Banking-Geschäft der WestLB übernommen.

Laut ‚Handelsblatt‘ gibt es nach den Erkenntnissen der Untersuchung aber keine Hinweise darauf, dass für diese Empfehlungen Provisionen gezahlt worden sind – weder an Mitarbeiter noch an das Unternehmen. Zudem seien die Westlotto-Mitarbeiter nicht in die Anlageberatung der Privatbank einbezogen worden.

Das Gutachten liegt der Staatsanwaltschaft in Münster vor, die in dieser Sache ermittelt. Die Beamten haben den ehemaligen Westlotto-Mitarbeiter wegen des Vorwurfs der Vorteilsannahme im Visier.

Vertreter Westlotto
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Tobias Larisch – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields hat viel Erfahrung mit internen Untersuchungen. Zuletzt war die Kanzlei mit dem hier federführenden Partner Larisch auch für den ADAC tätig. Westlotto will nun mit Hilfe der Kanzlei ein neues Compliance-Konzept entwickeln. (Volker Votsmeier).

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