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27.03.2015

Milliardenklage gegen Porsche: Quinn Emanuel-Mandanten scheitern erneut

Porsche hat im Streit um die gescheiterte Übernahme von Volkswagen vor sechs Jahren einen wichtigen Etappensieg im Streit mit Anlegern errungen. Verschiedene Hedgefonds scheiterten vor dem Oberlandesgericht Stuttgart mit einer Schadensersatzklage über 1,2 Milliarden Euro (Az. 2 U 102/14).

Sie machen Porsche für Einbußen verantwortlich, die ihnen im Zuge des Übernahmekampfs aufgrund von Leerverkäufen entstanden waren. Auch vor Gerichten in Hannover und Braunschweig fordern sie Schadensersatz von dem Autobauer. 

Markus Meier

Markus Meier

Die Anleger werfen Porsche vor, sie nicht korrekt über die Übernahmepläne informiert haben. Nach Ansicht des OLG Stuttgart habe Porsche die Anleger aber nicht vorsätzlich sittenwidrig geschädigt. Die Hedgefonds hätten außerdem nicht nachweisen können, dass sie die Leerverkäufe wegen der angeblichen Falschinformationen getätigt hätten, auch eine gezielte Desinformation seitens Porsche konnten sie nicht belegen. Zudem sei die genannte Schadenshöhe nicht nachvollziehbar, so die Richter. Eine Revision des Urteils ließen sie nicht zu, sodass die Hedgefonds jetzt nur noch vor den Bundesgerichtshof (BGH) ziehen können.

Bereits in der ersten Instanz hatten die Hedgefonds vor dem Landgericht (LG) Stuttgart (Az. 25 O 95/13) eine Schlappe eingesteckt. Auch das LG Braunschweig hat zwischenzeitlich drei Klagen abgewiesen.

Allerdings müssen sich der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzchef Holger Härter noch in diesem Jahr vor dem LG Stuttgart strafrechtlich verantworten. Dort wird ihnen Marktmanipulation vorgeworfen. Härter wurde 2013 bereits wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er bei Kreditverhandlungen im Jahr 2009 vorsätzlich falsche Angaben zur Finanzlage von Porsche gemacht haben soll.

Vertreter Hedgefonds
Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan: Dr. Marcus Grosch (Mannheim), Dr. Nadine Herrmann; Associates: Matthias Wühler, Dr. Leopold Thon (alle Hamburg)

Vertreter Porsche SE
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Markus Meier, Dr. Philipp Hanfland, Manuela Röding; Associates: Maximilian Bülau, Nicolas Nohlen

Oberlandesgericht Stuttgart, 2. Zivilsemat
Gerhard Ruf (Vorsitzender)

Hintergrund: Hengeler betreut Porsche in sämtlichen Verfahren, die in diesem Komplex anhängig sind. Quinn Emanuel ist für die klagenden Hedgefonds bereits in den USA tätig gewesen und führte dann mit ihren deutschen Partnern die Verfahren hierzulande fort. (Ulrike Barth)

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