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12.07.2016

Presserecht: Kachelmann erstreitet mit Höcker Geldentschädigung

Der Berliner Axel Springer Verlag muss Jörg Kachelmann eine Geldentschädigung von 395.000 Euro wegen persönlichkeitsrechtsverletzender Berichterstattung in ‚Bild‘ und ‚Bild online‘ bezahlen. Das entschied heute das Oberlandesgericht Köln. Im Vergleich zur Entscheidung der ersten Instanz setzten die Richter die Summe herab. Ursprünglich hatte der Wettermoderator 2,25 Millionen Euro gefordert (Az. 15 U 175/15 und 176/15).

Ralf Höcker

Ralf Höcker

Das Landgericht Köln war in seinem Urteil im vergangenen Jahr zu einer Summe von 635.000 Euro gekommen. Beide Seiten hatten dagegen Berufung eingelegt, Kachelmann forderte vor dem OLG eine Gesamtsumme von 950.000 Euro.

Kachelmann war 2011 vom Landgericht Mannheim vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Anschließend verklagte er den Burda-Verlag auf eine Million Euro, Axel Springer auf 2,25 Millionen. Das OLG kam nun zu dem Schluss, dass die Springer-Medien in der Berichterstattung zu dem Prozess in 26 Fällen das Persönlichkeitsrecht des Wettermoderators schwerwiegend verletzt haben. Die erste Instanz hatte dies noch in 38 Fällen anerkannt. Eine zielgerichtete Pressekampagne erkannte aber weder das LG noch das OLG. Deshalb überprüfte das OLG jede einzelne Berichterstattung, entsprechend umfangreich fiel nun mit 80 Seiten das Urteil aus.

Das OLG ließ die Revision nicht zu, ob Springer Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegt, steht noch nicht fest. 

Vertreter Jörg Kachelmann
Höcker (Köln): Prof. Dr. Ralf Höcker (Federführung), Dr. Ruben Engel; Associate: Dr. Anja Wilkat

Jan Hegemann

Jan Hegemann

Vertreter Axel Springer und Bild
Raue (Berlin): Prof. Dr. Jan Hegemann (Federführung); Associate: Dr. Anna-Sophie Hollenders
Inhouse (Axel Springer SE; Berlin): Claas-Hendrik Soehring (Leiter Medienrecht)

Oberlandesgericht Köln, 15. Zivilsenat
Margarete Reske (Vorsitzende Richterin), Mark Noethen (Beisitzer)

Hintergrund: Die jeweiligen Anwälte vertraten ihre Mandanten auch bereits in der Vorinstanz. (Christine Albert)

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