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16.09.2016

Teurer Namensstreit: Boehmert-Mandantin Asos einigt sich mit Anson’s

Der jahrelange Markenrechtsstreit zwischen dem britischen Online-Modehändler Asos und dem Düsseldorfer Herrenmodefilialisten Anson’s sowie dem Schweizer Radsportbekleidungsunternehmen Assos ist seit Anfang September durch eine umfassende Vergleichsvereinbarung beendet worden. Asos zahlt demnach 20,2 Millionen US-Dollar an die beiden Konkurrenten. Alle international zuletzt noch anhängigen Verfahren werden damit beigelegt.

Carl-Richard Haarmann

Carl-Richard Haarmann

Allein in Deutschland liefen in der Sache zuletzt sechs Nichtzulassungsbeschwerden beim Bundesgerichtshof, wovon eine zugelassen worden war. Auch in den unteren Instanzen waren zahlreiche Verfahren anhängig, weitere liefen in den USA und Frankreich. In England hatte Asos sich erfolgreich bis zum High Court verteidigt. 

Asos hieß bei der Gründung im Jahr 2000 AsSeenOnScreen, 2002 wurde der Name aber verkürzt. Der zum Düsseldorfer Modehändler Peek & Cloppenburg gehörende Herrenausstatter Anson’s und der Radlerkleidungsspezialist Assos des Schweizers Roger Maier gingen ab 2010 gegen die Bezeichnung vor, nachdem Asos begonnen hatte, verstärkt außerhalb Großbritanniens zu expandieren. Der Name verletze ihre schon länger bestehenden Markenrechte, zu groß sei die Verwechslungsgefahr. 

Bei dem jetzigen Vergleich einigten sich die Unternehmen darauf, dass Asos künftig sportliche Freizeitbekleidung verkaufen darf, aber weder Radsportbekleidung anbieten noch eigene Shops in Deutschland eröffnen darf. 

Uwe Lüken

Uwe Lüken

Vertreter Anson’s
Bird & Bird: Dr. Uwe Lüken (Düsseldorf), Peter Brownlow (London); Associate: Julia Präger (alle Marken- und Wettbewerbsrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Düsseldorf; Peek & Cloppenburg): Nicht bekannt

Vertreter Assos
Nicht bekannt

Vertreter Asos
Boehmert & Boehmert: Dr. Carl-Richard Haarmann (Markenrecht; München), Prof. Dr. Axel Nordemann (Wettbewerbsrecht), Prof. Dr. Jan Nordemann (Kartellrecht; beide Berlin), Silke Freund, Dr. Christian Meyer (beide München) – aus dem Markt bekannt
Dechert (London): Paul Kavanagh – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (London): Andrew Magowan (General Counsel ) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Vertreter standen ihren jeweiligen Mandanten während des ganzen Disputs zur Seite. In den amerikanischen Verfahren vertrat zudem die Kanzlei Finnegan aus New York die Interessen von Asos.

Soweit bekannt wurde der Vergleich am Ende von den beiden Rechtsabteilungen verhandelt.  (Christine Albert)

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