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23.01.2017

Hörbücher: Hengeler-Mandantin Amazon und Apple beugen sich dem Kartellamt

Die Amazon-Tochter Audible und Apple werden Audible-Hörbücher künftig nicht mehr exklusiv über die Apple-Plattform iTunes vertreiben. Entsprechende Vertragsklauseln haben die Firmen auf Druck des Bundeskartellamts und der EU-Kommission aufgegeben. Beide Wettbewerbsbehörden stellten daraufhin ihr Verfahren gegen die Konzerne ein. In Sachen E-Book-Vertrieb ermitteln sie aber weiter.

Pautke_Stephanie

Stephanie Pautke

Das Audible-Verfahren hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit einer Beschwerde ins Rollen gebracht. Der Börsenverein ist der Spitzenverband deutscher Verleger und Buchhändler. Sein Vorwurf: Indem Marktführer Audible seine Hörbücher exklusiv über iTunes vertreibt, missbraucht er seine Marktmacht. Dass Audible nur Apple beliefere, sei ein Nachteil für andere Musikplattformen. Dass Apple nur Hörbücher von Audible anbiete, sei ein Nachteil für Hörbuchverlage, die nicht mit Audible kooperieren.

Thorsten Mäger

Thorsten Mäger

Die angegriffene Kooperation bestand schon, als Audible noch nicht zu Amazon gehörte. Anfangs waren an dem deutschen Ableger des US-Unternehmens auch Verlage wie Holtzbrinck, Bertelsmann und Bastei Lübbe beteiligt, 2008 übernahm Amazon Audible komplett. Audible bietet nicht Hörbücher zum Download an, sondern ist zugleich einer der größten Produzenten von Hörbüchern.  

Vertreter Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Commeo (Frankfurt): Dr. Stephanie Pautke, Dr. Jörg-Martin Schultze; Associates: Josefa Billinger
Inhouse Recht (Frankfurt): Prof. Dr. Christian Sprang (Leiter der Rechtsabteilung)

Vertreter Amazon/Audible
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Thorsten Mäger – aus dem Markt bekannt

Vertreter Apple
O’Melveny & Myers (Brüssel): Christian Riis-Madsen – aus dem Markt bekannt

Bundeskartellamt, 6. Beschlussabteilung
Julia Topel (Vorsitzende)

Europäische Kommission
Krysztof Kuik, Helena Larsson-Haug (Berichterstatterin)

Hintergrund: Commeo-Partnerin Pautke berät den Börsenverein bereits seit vielen Jahren im Vertriebskartellrecht. Auch das noch laufende E-Book-Verfahren der EU-Kommission begleitet sie für den Verband.

Dieses Verfahren richtet sich ebenfalls gegen Amazon, die auch in diesem Fall von Hengeler vertreten werden. Im Markt ist bekannt, dass der Düsseldorfer Partner Mäger und sein Team den US-Konzern seit Langem in diversen kartellrechtlichen Fragen beraten. (Marc Chmielewski)

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