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23.03.2017

Abgasaffäre bei Daimler: Gibson Dunn untersucht, Ufer Knauer verteidigt

Mit einer vierköpfigen Sondergruppe ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart in Sachen Abgasbetrug, seit Dienstag richten sich die Untersuchungen konkret gegen Mitarbeiter von Daimler. Es gehe um einen Anfangsverdacht auf Betrug durch Manipulation von Schadstoffwerten sowie strafbare Werbung, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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Benno Schwarz

Derzeit ist nicht bekannt, wie viele Verdächtige es gibt und in welchen Positionen diese arbeiten. Klar ist lediglich, dass es seit Längerem Vorermittlungen gab. „Die nun eingeleitete Ermittlung ist die Summe der Erkenntnisse, die wir daraus gewonnen haben“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber JUVE. Die Spezialgruppe der Stuttgarter Staatsanwaltschaft beschäftigt sich nicht nur mit den Abgasvorwürfen gegen Daimler, sondern auch mit denen gegen den Zulieferer Bosch. Dort werde jedoch nach wie vor gegen Unbekannt ermittelt, erklärte die Staatsanwaltschaft. 

Auf Daimler-Seite sind schon seit einiger Zeit diverse Kanzleien mit der Abgasaffäre befasst. Nach Marktinformationen wird das Unternehmen von Prof. Dr. Christoph Knauer von Ufer Knauer in strafrechtlichen Fragen unterstützt, Dr. Marco Sustmann von Glade Michel Wirtz soll den Daimler-Vorstand grundsätzlich zum Abgasthema beraten. Ein ähnlich gelagertes Mandat hat nach JUVE-Informationen auch Dr. Roland Steinmeyer von WilmerHale für den Aufsichtsrat. Zu Compliance-Fragen lässt sich Daimler dem Vernehmen nach von Baker & McKenzie beraten.

Daimler befindet sich wie Volkswagen, Audi und Bosch im Visier der US-Behörden und hatte im vergangenen Jahr ebenfalls einer internen Ermittlung zugestimmt. Diese wird nach Marktinformationen von einem Team um Gibson Dunn & Crutcher-Partner Dr. Benno Schwarz geleitet. Bosch hat nach JUVE-Informationen Dr. Sven Schneider und Prof. Dr. Wolfgang Spoerr von Hengeler Mueller mit internen Ermittlungen beauftragt. Bei Volkswagen und Audi ist bekanntlich Jones Day in dieser Rolle tätig und war in der vergangenen Woche selbst Ziel von Ermittlungsaktionen der Staatsanwaltschaft München. (Christiane Schiffer)

 

 

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