EDITORIAL 12/12

Fromme Wünsche

Jatzkowski_Astrid

Astrid Jatzkowski

Wenn Sie dieses Heft in Händen halten, haben Sie wahrscheinlich schon ein knappes Dutzend vor-adventlicher Spendenaufrufe in Ihrem Briefkasten vorgefunden – und sich zum x-ten Mal vorgenommen, diesen Dezember nun aber ganz bestimmt weniger für Geschenke und mehr für Wohltätigkeit auszugeben. Es ist nicht zu übersehen: Die Zeit der guten Taten und der guten Vorsätze naht mit Riesenschritten.

Und so befasst sich auch diese Ausgabe mit vielen guten Absichten – solchen, die Absichten blieben und solchen, aus denen Realität wurde.

Da wäre zunächst unser Titelthema. In vielen mittelständisch geprägten Kanzleien naht Das Ende der großen Namen und mithin der Generationswechsel. Trotz der besten Absichten, Mandate rechtzeitig überzuleiten und potenzielle Nachfolger in Stellung zu bringen, wird dieses Kunststück nicht allen Kanzleien gelingen. Denn der Erfolg setzt auch voraus, dass die Leitfiguren wirklich auf ihren Führungsanspruch verzichten.

Voller guter Absichten sind auch viele Rechtsabteilungen: Pro-bono-Rechtsberatung würden sie schon gerne anbieten, aber … Manche haben tatsächlich ihren individuellen Weg gefunden, andere müssen ihn suchen, weil die Konzernleitung es verlangt. Doch insgesamt hinkt das deutsche Engagement hinter dem ausländischer Kollegen und hiesiger Kanzleien weit hinterher. Es ist ein Aufbruch mit Hindernissen.

Ja, und dann war da noch die gute Tat, 2009 das Patentrecht zu modernisieren. Wie bei jeder Reform, die etwas auf sich hält, sollte alles besser werden. Bis heute ein frommer Wunsch, denn in Patentprozessen sind die Beteiligten nach wie vor Zum Warten verdammt.

Eine dennoch positiv gestimmte Lektüre wünscht Ihnen

astrid.jatzkowski@juve.de

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