CLOSING 04/13

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt

 

FeldVon
Dr. jur.
Franz-Xaver Drombusch

Feld-Wald-und-Wiesenstraße 13a
65202 Delkenheim

 

An
Herbert Smith-Freehills
Exchange House
Primrose Street
London EC2A 2EG
Großbritannien

 

Betreff: Ihre Deutschland-Expansion

Sehr geehrter Herr Smith-Freehills,

mit dem nötigen Respekt möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Ihnen bezüglich Ihrer geplanten Präsenz in Deutschland ein schwerwiegender Fehler unterlaufen ist. Sie haben offensichtlich jeden Anwalt des Landes um eine Bewerbung für die neugeschaffene Position als Geschäftsführender Sozius für Deutschland gebeten. Dies zumindest berichteten mir meine treuen Weggefährten in der Juristerei, mit denen ich mich wöchentlich zum Stammtisch „Top-Juristen unter sich“ treffe. Bei mir indes ist keine derartige Aufforderung eingegangen.

Es ist mir unverständlich, welche Gründe zu meiner Nichtbeachtung geführt haben. Vermutlich handelt es sich um einen technischen Fehler bei der Datenübermittlung über den Ärmelkanal. Gleichwohl will ich nun – entgegen meiner sonst eher zurückhaltenden Natur – die Gelegenheit ergreifen und mich Ihnen vorstellen.

Mein Name ist Dr. Drombusch und ich führe in nunmehr dritter Generation eine prosperierende Kanzlei, die ich mit Fug und Recht als die führende Sozietät Delkenheims bezeichnen darf. Meine Philosophie zeichnet sich durch konsequente Fokussierung auf die Bedürfnisse meiner Mandanten aus, wobei ich höchstselbst alle Bereiche – von A wie Arbeitsrecht bis Z wie Zahnarzthaftungsrecht – abdecke. Von überbordender Spezialisierung auf ein Rechtsgebiet halte ich nichts. Internationale Mandate bearbeite ich grundsätzlich nicht, die fortschreitende Internationalisierung im Anwaltsmarkt sehe ich ohnehin mit äußerster Skepsis. Meine Studienfreunde, die allesamt in Frankfurter Niederlassungen von Großkanzleien arbeiten, vertreten zwar mit großer Vehemenz konträre Meinungen. Ich bin mir indes gewiss, dass ich am Ende recht behalten werde. Man denke nur an die anhaltende Euro-Krise! Ihren Wunsch nach einer Präsenz in Deutschland, lieber Herr Smith-Freehills, sehe ich als Unterstützung meiner Thesen: Sie haben die Relevanz deutscher Juristen erkannt.

Aus den vorgenannten Gründen gehe ich davon aus, dass ich für die Position des Geschäftsführenden Sozius für Deutschland eligibel bin. Gerne würde ich Näheres in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen erörtern.
Ich erwarte Ihren Anruf und verbleibe bis dahin mit den besten Grüßen,

Dr. Drombusch
(nach Diktat verreist)

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