DEAL DES MONATS 03/13

Die Betonvergolder

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Thomas Görgemanns

Der Februar 2013 beginnt vielversprechend an der Frankfurter Börse. Draußen zeigt sich immer wieder die Sonne, drinnen auf dem Parkett feiern die Händler mit dem Immobilienkonzern LEG einen neuen Hoffnungsträger. Über 24 Millionen Aktien bringen die LEG-Eigentümer an die Börse. Mit einem Emissionserlös von 1,3 Milliarden Euro im Prime Standard geht LEG an den Start. Börsengänge dieser Größenordnung gibt es nicht oft. Nach dem Debüt von Telefònica Deutschland ist es der zweitgrößte Börsengang in fünf Jahren.

Dr. Thomas Görgemanns ist erleichtert. Der 44-jährige General Counsel von LEG hat seit Monaten auf diesen einen Tag hingearbeitet, zahlreiche Gespräche mit den Gesellschaftern, Investoren sowie Banken geführt und die Aufgaben für die Anwälte koordiniert. Sein kleines Düsseldorfer Inhouse-Team, das aus vier Juristen besteht, hat ihm dafür den Rücken im Alltagsgeschäft freigehalten.

Zur Vorbereitung des Börsengangs stellte Görgemanns eine Standleitung zu den beiden Gesellschaftern der LEG her. Der zur Investmentbank Goldman Sachs gehörende Immobilienfonds Whitehall und der Investor Perry Capital stiegen 2008 bei der LEG ein, die zuvor dem Land Nordrhein-Westfalen und der NRW.Bank gehörte. Sie bezahlten 3,4 Milliarden Euro und übernahmen auch Schulden in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Bereits damals vertraute Goldman Sachs auf eine Kombination aus Hengeler Mueller sowie Sullivan & Cromwell. Görgemanns setzte also auf bewährte Kräfte aus Frankfurt. Wenn er in Düsseldorf den direkten Austausch für sein Projekt suchte, musste er nur die Treppe nehmen: Der deutsche Assetmanager von Goldman Sachs sitzt im gleichen Gebäude.

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Thomas Müller

Eine besondere Herausforderung war der zweifache Rechtsformwandel der LEG. Noch im Herbst 2012 war das Unternehmen an das Akquisitionsvehikel einer Kommanditgesellschaft angehängt, über das die beiden Investoren vier Jahre zuvor bei der LEG eingestiegen waren. Dann war die LEG kurzzeitig eine GmbH. Zum Jahreswechsel wandelte sie sich schließlich in eine Aktiengesellschaft um.

„Im Vorfeld des Börsengangs musste die typische Private-Equity-Konzernstruktur für den Exit umgestellt werden“, sagt Görgemanns. Die beiden Gesellschafter Whitehall und Perry hatten immer kommuniziert, dass sie mittelfristig aussteigen würden. Durch die erheblichen Fortschritte in der Weiterentwicklung der LEG und das günstige Kapitalmarktumfeld ergab sich dann das Zeitfenster für einen IPO. Allerdings blieben dem Inhouse-Juristen für die Umstrukturierung und den eigentlichen Börsengang nur fünf Monate.

„Beim Börsengang von Gagfah hatten wir dagegen fast zehn Monate Vorbereitungszeit“, sagt Görgemanns und erinnert sich an den ersten Börsengang, den er auf Inhouse-Seite begleitet hatte. Als er zum Jahresbeginn 2006 als Corporate-Partner von Baker & McKenzie zum Immobilienkonzern Gagfah wechselt, ist dessen Börsengang bereits beschlossene Sache. Von seinen damaligen Erfahrungen profitierte Görgemanns nun in der Projektkoordination bei der LEG.

Es gab ihm offensichtlich so viel Selbstvertrauen, dass er mit seinem Team zeitgleich die größte Portfolio-Transaktion der LEG seit zehn Jahren stemmen konnte. Dabei handelte es sich um 1.244 Wohn- und Gewerbeeinheiten im münsterländischen Bocholt, die die LEG der Gagfah abkaufte. (mj)

Die vollständige Beraterliste finden Sie hier….

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