DEAL DES MONATS 10/13

Allianz fürs Leben

Cinven sichert sich beim Kauf von Heidelberger Leben mit bewährten Anwälten ab

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Dr. Christoph Louven (Hogan Lovells)

Der britische Finanzinvestor Cinven könnte mit dieser Transaktion endlich das Eis brechen. Gemeinsam mit der Hannover Rück hat er den Lebensversicherer Heidelberger Leben übernommen. Heidelberger Leben soll zu einer Plattform für Lebensversicherungs- Portfolien werden, die das Neugeschäft eingestellt haben. Der Versicherer wird ebenfalls keine Neukunden anwerben. Stattdessen hält der britische Hauptinvestor weiter Ausschau nach möglichen Beständen von Lebensversicherungspolicen, die er aufkaufen kann.

Seit vielen Jahren warten die Anwälte vergeblich auf eine Initialzündung bei Transaktionen im klassischen Run-off- Geschäft, bei dem es sich um Rückstellungen für inaktives Geschäft von Erst- und Rückversicherungsunternehmen handelt. Einen solchen Effekt hätte es 2009 geben können, als Axa den Altlasten-Rückversicherer BF Rück erwarb. Doch die zögerliche Haltung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wirkte wohl abschreckend.

Zwei Jahre später gab es einen ähnlichen Fall: Der japanische Finanzkonzern Nomura wollte das Deutschlandgeschäft der niederländischen Versicherungsgruppe Delta Lloyd kaufen. Es wäre die erste Runoff- Transaktion im Lebensversicherungsbereich gewesen. Doch der Deal scheiterte nach rund einem Jahr Verhandlungen mit der BaFin. Sie hatten sich zäher gestaltet, als Delta Lloyd kalkuliert hatte. Die hiesige Beraterszene war desillusioniert.

Im gleichen Jahr jedoch ging in London ein ähnlicher Deal reibungslos über die Bühne: Cinven übernahm die britische Guardian Financial Services, einen alteingesessenen Anbieter für Lebensversicherungen. In dem Jahr war schon klar, dass Heidelberger Leben zum Verkauf steht. Cinven hat schon lange auf den Lebensversicherer geschielt, der gelungene Kauf der Guardian Financial Services diente nun als Vorbild, der gescheiterte Deal von Nomura hingegen offenbar als Warnung.

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Dr. Wessel Heukamp (Freshfields Bruckhaus Deringer)

Sowohl Cinven als auch das beteiligte Bankenkonsortium griffen deshalb beim Kauf der Heidelberger Leben auf dieselben Kanzleien und teilweise auf dieselben Londoner Anwälte zurück wie beim Kauf der Guardian Financial Services. Cinven setzte auf das Team von Freshfields, das Bankenkonsortium auf Hogan Lovells. Die bewährten Londoner Anwälte waren auch deshalb weiterhin stark gefragt, weil sowohl der Finanzinvestor als auch der Verkäufer ihren Hauptsitz in Großbritannien haben und der Kaufvertrag englischem Recht unterliegt.

In Bezug auf die BaFin ging der Finanzinvestor auf Nummer sicher. Früh gingen Cinven und die Hannover Rück gemeinsam mit Freshfields auf die Versicherungsaufsicht zu. „Wir haben von Anfang an sehr transparent mit der BaFin zusammengearbeitet“, erzählt Dr. Wessel Heukamp von Freshfields. Ein zentrales Hauptaugenmerk legt die BaFin in solchen Fällen auf eine sichere finanzielle Basis. Helfen könnte dem Investor Cinven gegenüber der BaFin auch, dass er nicht wie einst Nomura alleine agiert. Cinven weiß mit Hannover Rück einen namhaften Partner an seiner Seite, der schon seit vielen Jahren im Lebensversicherungsgeschäft tätig ist.

Die endgültige Zustimmung der BaFin steht noch aus. Die beteiligten Anwälte sind allerdings optimistisch, die Trendwende scheint zum Greifen nah. (EF)

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