EDITORIAL 3/13

Anwalt im Wunderland

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Christine Albert

Wie flexibel sind eigentlich Sie? Über die Bezeichnung „Freiberufler“ können viele Rechtsanwälte nur schmunzeln. Der Druck in großen Kanzleien und Rechtsabteilungen nimmt jedenfalls kaum ab.

Die Schar derer, die sich nach Alternativen umschaut, wird immer ­größer. Die Zahl derer allerdings, die diese Alternativen anbieten, bleibt nach wie vor sehr überschaubar. Der ehemalige Rechtschef von Nissan, Dr. Carsten Reimann, ist einer davon. Aus seiner Überzeugung, dass sich „das Geschäftsmodell vieler Kanzleien mit den Bedürfnissen vieler dort tätiger Anwälte und den Bedürfnissen der Unternehmen längst nicht mehr verträgt“, entsprang vor einem knappen Jahr die Geschäftsidee für einen Lawyers-on-demand-Service. („Wir lernen mit dem Kunden“).

Die Frage nach mehr Bewegungsfreiheit beschäftigte in den vergangenen Jahren auch Immobilienrechtler. Um profitabler zu werden, dampften einige Großkanzleien ihre Praxen gehörig ein. Und verloren oft mehr als sie eigentlich geplant hatten. In Kanzleien wie Berwin Leighton Paisner, die vor etwas über einem Jahr in Frankfurt eröffnete, genießen Immobilien­experten heute größere Freiheit in ihrer Geschäftsentwicklung und Preis­gestaltung. Einzelkämpfer gegen Mannschaftssportler – welche Aufstellung die beste und erfolgversprechendste ist, hat sich zur Glaubensfrage entwickelt.

Doch letzten Endes entscheidet über den Erfolg vor allem einer: der Mandant. Der fordert auch immer flexiblere Lösungen von seinen Beratern. Nur so kann er Kosten sparen und Effizienz gewinnen. Um die volle Kontrolle darüber zu bekommen, stellen Unternehmen häufiger Panels auf. Dass etwa beim Panel der HSH Nordbank mittelständische Kanzleien punkten konnten, haben sie vor allem auch einer Eigenschaft zu verdanken: Sie waren flexibler (Das Kreuz mit der Auswahl).

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

christine.albert@juve.de

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