DEAL DES MONATS 08/14

Milliarden-Deals im Doppelpack

Linklaters hilft IK beim Minimax-Exit und Siemens im Alstom-Poker

Schon für sich genommen war der Verkauf des Feuerlöscher-Herstellers Minimax Viking einer der dickeren Fische unter den diesjährigen Private-Equity-Transaktionen. Insidern zufolge soll dem Deal ein Unternehmenswert von knapp 1,4 Milliarden Euro zugrunde liegen. Die dänische Familienholding Kirkbi, hinter dem die Lego-Eigentümerfamilie steht, setzte sich gemeinsam mit der Intermediate Capital Group durch gegen rund ein Dutzend weiterer Bieter, etwa wie die Beteiligungsgesellschaften Blackstone, Cinven, Clayton Dublier Rice sowie Copeba.

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Matthias Hirschmann (Hogan Lovells)

Für Dr. Rainer Traugott von Linklaters war die Transaktion aus weiteren Gründen etwas Besonderes. Zum einen handelte es sich um eine Premiere. Erstmals beriet seine Kanzlei den Verkäufer IK Investment. Der schwedisch-britische Investor hatte bisher stets den beiden schärfsten Linklaters-Konkurrenten den Vorzug gegeben. Beim Kauf von Minimax vor acht Jahren und bei der Fusion mit Viking 2009 setzte IK Investment auf den Berliner Hengeler-Partner Dr. Stefan Richter. Bei weiteren Deals, etwa dem Kauf und Verkauf der GHD-Gruppe, kam Freshfields zum Zuge. Dass IK-Deutschlandchef Detlef Dinsel nun erstmals Linklaters zum Pitch bat, geht offenbar auf Empfehlungen von Marktteilnehmern zurück.

Über mehrere Wochen beriet Linklaters dabei parallel Siemens im Übernahmepoker um den französischen Konzern Alstom, bei dem sich am Ende General Electric durchsetzte. Federführend auch hier: Rainer Traugott. Der Münchner Partner ist kanzleiintern für die Kontakte zu Siemens verantwortlich. Zuletzt war Linklaters auch beim Kauf einer Sparte von Rolls-Royce Energy beteiligt, zudem beriet Traugott den Konzern bei einem Joint Venture mit Mitsubishi Heavy Industries in Österreich an der Seite von Schönherr.

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Rainer Traugott (Linklaters)

Dass beim Alstom-Deal Linklaters die Schlüsselrolle für Siemens spielte, ist dennoch bemerkenswert – hier wären auch Freshfields oder Hengeler Mueller heiße Kandidaten gewesen. Während Freshfields an der Seite von Traugotts Corporate- Team immerhin das Kartellrecht abdeckte, war Hengeler nicht zu sehen. Ein Grund dafür dürfte die internationale Beraterkonstellation sein. Bredin Prat und Slaughter and May, Hengelers beste Freundinnen in Frankreich und Großbritannien, waren für den Siemens-Rivalen GE tätig.

Um die beiden Großdeals von Siemens und IK Investment gleichzeitig bewältigen zu können, rückte für Minimax-Verkäufer IK Investment neben Traugott nachträglich Dr. Wolfgang Krauel in die Mandatsführung, der am Pitch noch gar nicht beteiligt war. Trotz dieser Entlastung wurden der Mai und der Juni für die Corporate-Spezialisten von Linklaters ziemlich heiß, zumal der Minimax-Verkauf außergewöhnlich schnell über die Bühne ging.

Dass Käufer Kirkbi auf Hogan Lovells setzte, überrascht kaum. Im Markenrecht war Lego schon zu Lovells-Zeiten ein treuer Mandant. In den vergangenen Jahren festigte sich die Zusammenarbeit bei Transaktionen. So beriet der nun federführende Hamburger Partner Matthias Hirschmann vor zwei Jahren schon die Kirkbi-Holding, als sie sich am Windpark Borkum Riffgrund 1 beteiligte. (mc)

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