DEAL DES MONATS 11/14

Im Rampenlicht

Gibson Dunn kommt für Dresser-Rand und Bosch bei Großdeals zum Zug

Einem herrlichen Sommer mit Cocktails auf der Dachterrasse und Fußballweltmeisterspielen auf dem Großbildschirm stand eigentlich nichts mehr im Weg. Wie dafür gemacht schienen die neuen Räume mit Blick auf den Münchner Hofgarten, die die deutsche Mannschaft von Gibson Dunn & Crutcher am Karfreitag bezogen hat. Doch dann kam es ganz anders. Denn der Corporate- Spezialist Dr. Lutz Englisch, der im Vorjahr von Ashurst kam, unterhält seit Jahren gute Beziehungen zu Vorstand und Rechtsabteilung des Bosch-Konzerns. Und der hatte 2014 einiges vor.

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Anton Steiger (Siemens)

Schon bald ging es Schlag auf Schlag. Seit Februar arbeiteten die Anwälte bereits an der Verschmelzung des niederländischen Bosch-Thermotechnikgeschäfts auf eine deutsche Schwestergesellschaft. Zusätzlich forderte Bosch die Gibson Dunn-Anwälte für den Kauf der ZF Lenksysteme an, bislang einem Gemeinschaftsunternehmen mit ZF Friedrichshafen (siehe Seite 94). Parallel bereitete der Konzern einen Deal vor, über den im Markt schon seit Langem spekuliert wurde: die Übernahme des Siemens-Anteils am Joint Venture BSH Bosch Siemens Hausgeräte. Für drei Milliarden Euro ging das fast 50 Jahre bestehende Gemeinschaftsunternehmen komplett in den Besitz von Bosch über. Auch dieses Mandat erhielt die USKanzlei Gibson Dunn, die in Deutschland nur etwas mehr als 20 Anwälte zählt.

Allein auf Bosch konzentrieren konnten sich dabei längst nicht alle. Während ein Teil der Anwälte über den Details des BSHDeals brüteten, griffen zwei Partner des deutschen Teams den US-Kollegen unter die Arme: Der IP-Spezialist Michael Walther und der Steuerrechtler Hans-Martin Schmid arbeiteten für den texanischen Ölund Gastechnikhersteller Dresser-Rand bei dessen Verkauf an Siemens mit. Kontakte zu Dresser-Rand hatte es vor einigen Jahren auch in Deutschland schon gegeben, das Zentrum des aktuellen Mandats lag allerdings in den USA.

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Lutz Englisch (Gibson Dunn & Crutcher)

Für die in Deutschland noch relativ kleine Kanzlei bedeutete diese Deal- Serie einen echten Durchbruch. Weder das Transaktionsteam noch die anderen Praxisbereiche hatten bisher allzu große Schlagzeilen gemacht – auch wenn Diskretion in der Natur mancher Mandate lag, etwa bei Compliance-Fällen. Nun galt der kleinen Einheit deutliche Aufmerksamkeit.

Gibson Dunns Gegenpart in beiden Mandaten, das M&A-Team der Siemens- Rechtsabteilung, hatte nicht minder viel zu tun. Die renommierte Transaktionsmannschaft um Anton Steiger ließ sich bei den aktuellen Deals zwar extern begleiten, musste aber dennoch oft bis tief in die Nacht zu arbeiten. Auch für die Inhouse- Anwälte ging damit ein heißer Sommer zu Ende. (NP)

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