EDITORIAL 08/14

Und das soll funktionieren?

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Christine Albert

Der Jurist an sich ist ja von Natur aus ein vorsichtiger Mensch. Überprüfen, infrage stellen, Für und Wider abwägen – das ist sein täglich Brot. Doch oft zählen eben eher Kreativität und der Mut, neue Wege zu beschreiten. Sehr argwöhnisch beäugten etwa lange Zeit die meisten Großkanzleien das Thema Wirtschaftsstrafrecht. Zwar gibt es mit Clifford Chance und White & Case zwei alte Hasen, die den Bereich schon lange anbieten, doch die meisten packten ihn nur mit spitzen Fingern an: zu konfliktträchtig und zu partnerlastig, so die Gegenargumente. Doch Trendthemen wie Compliance oder interne Untersuchungen lassen immer mehr internationale Sozietäten ihre Skepsis vergessen. Welche Wege Kanzleien wie DLA Piper oder Freshfields Bruckhaus Deringer gefunden haben, um Strafrecht mit ihrer bisherigen Aufstellung zu kombinieren, lesen Sie in Auf Spurensuche.

Doch nicht nur strafrechtliche Konflikte nehmen zu, auch zivilrechtliche. Einige Unternehmen haben daher eigene Litigation-Panels aufgestellt. Doch die ernüchternde Wahrheit ist, dass vielen die Kritische Masse fehlt, damit sich dieser Aufwand überhaupt lohnt. Dass man deshalb noch lange nicht die Flinte ins Korn werfen muss, zeigen etliche Unternehmensjuristen, die gangbare Alternativen suchten und fanden.

Alternative Modelle suchen auch Nike, die Royal Bank of Scotland und Barclays. Sie setzen auf eine verstärkte Zusammenarbeit ihrer Panelkanzleien. Die Idee einer solchen Mandatierung À la carte ist zwar nicht neu, verlangt den Kanzleien aber ein Umdenken ab. Das erfordert Kreativität – zweifellos.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Christine Albert

christine.albert@juve.de

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