DEAL DES MONATS 7/15

Unter Freunden

Immobilieninvestor Orion erwirbt Odin-Portfolio mit King & Spalding

Orion ist wieder da – und es war fast wie ein Treffen alter Freunde. Der britische Investor mit dem Namen des mythischen griechischen Jägers hatte sich im Verlauf der Immobilienkrise weitgehend aus Deutschland verabschiedet und zuletzt nur sehr behutsam hierzulande investiert. Jetzt schlug er bei dem auf 625 Millionen Euro taxierten sogenannten Odin-Portfolio zu. Dies umfasst 19 Objekte aus den Credit Suisse-Fonds CS Euroreal und CS Property Dynamic. Was die Briten tatsächlich zahlten, darüber schweigen alle Beteiligten.

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Michael Löwenstein (King & Spalding)

Die Rückkehr nach Deutschland läutete Orion 2011 mit dem Hamburger Immobilienteam von Freshfields Bruckhaus Deringer ein, als Orion Income Partners das Berliner Allee-Center erwarb. Später berieten die Anwälte um Dr. Johannes Conradi die Private-Equity-Gruppe auch beim Kauf des Wiesbadener Lilien-Carrés, ebenfalls ein Einzelhandelskomplex. Doch jetzt griffen die Briten bei ihrer größten deutschen Investition der letzten Jahre, die primär Büroimmobilien in Großstädten im Fokus hat, auf eine andere, langjährige Verbindung zurück. Und die hat viel mit Frankreich zu tun – und auch ein bisschen mit Freshfields.

Michael Prinz zu Löwenstein verbindet mit Orion eine lange Geschichte. Schon bei Heuking Kühn Lüer Wojtek gehörte der Investor zu seinen Mandanten. Seinerzeit kam der Kontakt über einen früheren Studienkollegen Löwensteins zustande, der Orion bei Investitionen in Frankreich beraten hatte. Im Herbst 2007 verließ Löwenstein dann Heuking, um einer der Gründungspartner des Frankfurter Büros der US-Kanzlei King & Spalding zu werden. Doch zu dem Zeitpunkt war Orion, soweit bekannt, bereits nicht mehr sonderlich an deutschen Immobilien interessiert. Und bei der Rückbesinnung auf Deutschland zunächst auch nicht an Löwenstein.

Im Mai 2012 bekam die French Connection eine weitere Facette: King & Spalding gewann das Pariser Immobilienteam von Freshfields. Und diese französischen Immobilienrechtler hatten, so Löwenstein, auch schon für und mit Orion gearbeitet. Dennoch – auch der nächste Orion-Deal ging an King & Spalding vorbei.

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Friedrich Heilmann (Freshfields Bruckhaus Deringer)

Erst für das Odin-Gebot kam Orion auf den alten Jagdgefährten Löwenstein zurück – wie auch auf Steuerrechtler Henning Schuchardt, der ebenfalls schon in der Vergangenheit für Orion tätig war. Das nun erworbene Portfolio stammt zum größten Teil aus dem offenen Immobilienfonds CS Euroreal, den Credit Suisse Asset Management (CSAM) bis Ende April 2017 möglichst abverkauft haben will. Fast genau drei Jahre ist es her, dass CSAM ankündigte, den CS Euroreal abwickeln zu müssen. Der damals mehr als fünf Milliarden Euro schwere Fonds war seinerzeit der letzte, der nach der Krise im Jahr 2008 aufgab. Ende April dieses Jahres befanden sich noch 35 in Deutschland gelegene Immobilien in dem Fonds, mehr als die Hälfte des Gesamtwertes. Erst 15 deutsche Objekte waren bis dahin verkauft, einige davon mit Unterstützung des Frankfurter Freshfields-Partners Friedrich Heilmann, der seit Jahren immer wieder an der Seite von CSAM steht.

Und so war es ein recht vertrautes Grüppchen, das sich schließlich bei Dr. Klaus Fischer, Partner des angesehenen Frankfurter Notariats Göring Schmiegelt & Fischer, und Notariatsassessor Frank Hammann zur Beurkundung traf. 20 Stunden dauerte der Termin, morgens um 6 Uhr war Schluss.

Dass auch die Finanzierung rechtzeitig stand, dafür sorgten juristisch Helaba- Syndika Christiane Elsässer und DLA Piper. Die Landesbank, die den Kauf mit einem Darlehen in Höhe von 347 Millionen Euro finanzierte, griff mit Frank Schwem ebenfalls auf einen bewährten Berater zurück. Der DLA-Partner setzte sich bei einer Ausschreibung durch, auch, weil er die Dokumentation der Helaba aus dem Effeff kennt. Dadurch war es möglich, diese für Investor und Bank zeitkritische Vereinbarung rechtzeitig auf die Beine zu stellen. (jat)

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