EDITORIAL 08/15

Oooops!

Jatzkowski_Astrid

Astrid Jatzkowski

Sie kennen das: Sie haben Ihre Pläne umgesetzt, alles läuft prima – seit Jahren. Kurz: Sie haben sich häuslich eingerichtet. Und dann, plötzlich, wird alles doch irgendwie anders. Umdenken ist gefragt. Solcher Situationen nehmen wir uns in dieser Ausgabe an.

Da wären zunächst die aus Großkanzleien hervorgegangenen Boutiquen der deutschen Kanzleilandschaft. Angetreten waren nicht wenige von ihnen einst mit der Idee, alles anders zu machen als die „Eltern“. Mehr Freiheit sollte sein, weniger Management und Verbote. Doch irgendwann standen viele an einem Punkt, an dem sie einsehen mussten, dass ihnen die Realität dazwischenfunkte und dass anders nicht unbedingt besser ist. Dabei hatten sie es sich So schön ausgemalt.

Eingerichtet hatten sich auch Pharmavertreter und Mediziner schon seit Jahren. Man traf sich auf von der Pharmabranche bezahlten Events, inklusive Damenprogramm. Oder der Medizinproduktehersteller gewährte Sonderkonditionen auf das neueste Gerät, das sich der niedergelassene Arzt nie hätte leisten können. Gut für alle? Vielleicht manchmal. Aber eben nicht immer. Seit klar ist, dass dem Verhalten mit dem Strafrecht nicht beizukommen ist, rückt die Politik der Gefährlichen Mixtur mit Gesetzesplänen zu Leibe – und bringt eine ganze Branche ins Schwitzen.

Ins Schwitzen kam auch die Rechtsabteilung von ZF Friedrichshafen. Fast 100 Jahre machte das Stiftungsunternehmen vom Bodensee still und leise erfolgreich Geschäfte. Dann beschloss der Vorstand vor gut einem Jahr, das nahezu gleich große börsennotierte US-Unternehmen TRW zu übernehmen. Ein Jahr lang hielt der Deal das gerade neu aufgestellte Rechtsteam in Atem (Aufbruch in den Alltag).

Eine anregende Lektüre mit angenehmen Erinnerungen an Ihre eigenen Oooops-Momente wünscht Ihnen

Astrid Jatzkowski

astrid.jatzkowski@juve.de

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