CLOSING 10/16

Kein Witz, nirgends

von Marc Chmielewski

 

Kein Witz, nirgendsKeine Witze über Namen, so predigen es alle Stilratgeber. Für diese Regel gibt es mehrere gute Gründe. Erstens: Nur reaktionäre Proleten müssen heutzutage noch schmunzeln, wenn Leute Oda-Gebbine Holze-Stäblein heißen oder Gabriele Gilch-Geberzahn. Deshalb sollte man das am besten mit keiner Silbe erwähnen.

Zweitens, noch verbotener: Witze aus der Abteilung ‚Nomen est omen‘. Für die kann man keinen Beifall erwarten, nicht mal von Pierre Schleimer (Allen & Overy). Ein Profiteur dieses Verbots ist Holger Scharlach, der sich sonst viel Schmunzelig-augenzwinkerndes anhören müsste, nur weil er Sprecher des Landesgesundheitsamts Niedersachsen ist. Bei Scherzen dazu würden vielleicht Dr. Christian Folter (Hengeler) und Dr. Henning Mordhorst (White & Case) solidarisch den Kopf schütteln, beide im Übrigen Zivilrechtler. Und Dr. Bodo Gewalt, Zahnarzt in Zuffenhausen, würde gelangweilt in der Nase bohren (mit dem Finger). Manchmal ist es auch bedauerlich, dass es dieses Namenstabu gibt. Nicht so sehr für Dr. Philip Lüghausen von der ehrbaren Kanzlei Kindermannn Lüghausen oder für den Verwaltungsrichter a.D. Dr. Manfred Stopfkuchen-Menzel. Aber für Freunde von Big Data. Denn sonst könnte man mal darauf hinweisen, dass in der JUVE-Datenbank neun Anwälte stehen, die Hass heißen, aber nur vier mit dem Namen Liebe. Man könnte die Frage aufwerfen, was das aussagt über den Beruf des Anwalts und die Welt der Kanzleien. Aber das wäre eine dumme Frage, denn natürlich sagt es gar nichts aus. Das ist der dritte Grund für diese Namensregel.

Hauptgrund allerdings für das Namenswitzeverbot ist eine stilpolizeiliche Vorsichtsmaßnahme. Closing-Redakteure sollen damit von der Idee abgebracht werden, im Zusammenhang mit Umsatz- Spezialausgaben die Anwälte Boris Reibach (Scheja & Partner) und Christof Geldmacher (Brügmann) zu erwähnen.

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