DEAL DES MONATS 01/16

Schaltzentrale mit Rheinblick

Hewlett-Packard setzt bei Konzernaufspaltung auf ein Kölner Freshfields-Team

 

Aus dem multinationalen IT-Riesen Hewlett-Packard sind im November zwei börsennotierte Konzerne geworden. Aber kaum jemand hätte wohl vermutet, dass es ein Team Kölner Anwälte war, das das Entstehen von HP Inc. und Hewlett Packard Enterprise über das letzte Jahr maßgeblich begleitet hat. Tatsächlich dürfte es schwer sein, überhaupt mehr als eine Handvoll Beispiele zu finden, in denen ein deutscher Anwalt für einen globalen Konzern eine so zentrale Koordinationsrolle übernimmt, wie es der Kölner Freshfields-Partner Dr. Franz Aleth bei Hewlett-Packard nun schon zum wiederholten Mal tat.

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Dr. Franz Aleth (Freshfields Bruckhaus Deringer)

Zwischen der Ankündigung der Pläne und dem Moment, in dem Konzernchefin Meg Whitman zum Börsenstart der neuen Unternehmen an der New Yorker Börse die Glocke läutete, liegt nur rund ein Jahr. In dieser Zeit waren insgesamt mehr als 100 Freshfields-Anwälte in 17 Jurisdiktionen im Einsatz. Weitere rund 200 Anwälte aus Ländern, in denen die Kanzlei keine eigenen Büros hat, begleiteten das Mammutprojekt. Zu dem deutschen Koordinierer- Team gehörten dementsprechend auch weitere Partner wie Dr. Gregor von Bonin und Dr. Oliver von Rosenberg sowie ein großes Team erfahrener Associates.

Die Beteiligten nach ihrem Sommerurlaub 2015 zu fragen, wäre wohl müßig. Denn es bedarf nicht allzuviel Phantasie um sich zu vorzustellen, wie eng der Zeitplan gestrickt gewesen sein muss: In allen Ländern mussten die Gesellschaften in die Segmente Hardware und IT-Services getrennt, Assets verschoben und dann wieder auf der jeweiligen Holdingebene zusammengeführt werden. Denn das Ziel des Carve-outs war es, die beiden Geschäftsbereiche zu trennen und selbstständig an die Börse zu bringen. Dazu galt es auch unsichere Faktoren wie Fristen und Usancen der betreffenden Behörden und Register einzukalkulieren.

Dem Aleth-Team forderte das jede Menge Detailkenntnis und Erfahrung ab. Vor allem aber kam ein etabliertes System für die Koordination und Kommunikation zum Tragen – innerhalb des Teams und auch mit dem Inhouseteam der Mandantin, das ebenso einen riesigen Aufwand nach innen zu bewältigen hatte. Die Counsel in der US-amerikanischen Rechtsabteilung bildeten gleichzeitig das Scharnier zu den Kapitalmarktspezialisten von Wachtell Lipton, die zeitgleich den zweifachen Börsengang vorzubereiten hatten.

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Prof. Dr. Michael Kliemt (Kliemt & Vollstädt)

Die Beziehung des Kölner Gesellschaftsrechtlers Aleth zu dem Technologiekonzern reicht mehr als 15 Jahre zurück. So war er erstmals 1998, noch als Associate, für das Unternehmen tätig. Auch damals ging es schon um die Abspaltung eines Geschäftsbereichs, die den Grundstein für den Technologiekonzern Agilent legte. Der Spin-off war eines der ersten Projekte, mit denen die britische Kanzlei Freshfields und die deutsche Kanzlei Deringer Tessin Herrmann & Sedemund testeten, ob die gemeinsame Zusammenarbeit funktioniert. 2000 fusionierten beide Sozietäten bekanntermaßen, und noch im selben Jahr schloss sich auch Bruckhaus Westrick Heller Löber an.

Eine Fortsetzung der Geschichte folgte 2008. Aleth – inzwischen zum Partner avanciert – und sein Team bildeten in Köln die Schaltstelle, als HP mit dem milliardenschweren Kauf von Electronic Data Systems noch auf Zuwachs getrimmt war und es darum ging, die internationale Post- Merger-Integration zu gestalten.

Andere Projekte liefen hingegen unterhalb des Radars der öffentlichen Aufmerksamkeit. Doch dass der Konzern auch jetzt wieder das Freshfields-Team mandatierte, unterstreicht die gewachsene Vertrauensbeziehung. Regelmäßig verbringen Freshfields- Associates einige Monate in der Rechtsabteilung des Konzerns.

Die gesellschaftsrechtliche Neustrukturierung hat auch eine immense, und noch andauernde Reorganisation der Belegschaft zur Folge. Beide Konzerne wollen weltweit mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. Diese Aufgabe stemmt in arbeitsrechtlicher Hinsicht ein großes Team von Baker & McKenzie.

In Deutschland ist auch hierfür eine vertraute Beraterin eingebunden: die Spezialkanzlei Kliemt & Vollstädt. (AN)

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