DEAL DES MONATS 03/16

Geräuschlose Vergabe der A94

Bieterkonsortium Isentalautobahn mit DLA Piper erfolgreich

 

Die Autobahn A94 zwischen München und Passau wird ausgebaut – nach dem Modell der Öffentlich- Privaten Partnerschaft (ÖPP). Das Teilstück durch das Isental zählt zu den aktuell größten Infrastrukturprojekten Deutschlands. Es gehört zur zweiten großen Runde der Autobahnprojekte, die auch die A6 und den zweiten Teil der A7 umfasst. Ein fest etablierter Kreis an Beratern hat auch diesmal die milliardenschwere Vergabe unter sich aufgeteilt.

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Frank Roth (DLA Piper)

Frank Roth von DLA Piper begleitete den erfolgreichen Bieter, der sich schlicht Isentalautobahn nennt: Dahinter stehen der Generalunternehmer BAM PPP Deutschland, die Berger Bau aus Passau sowie das französische Bauunternehmen Effiage, welches sich zuvor nicht an Autobahnvergaben in Deutschland beteiligt hat. DLA überzeugte im Pitch, denn Roth arbeitete bereits bei der ersten Runde der A-Modelle, also der A1, 4, 5 und 8 für ein Konsortium um den Baukonzern Strabag.

Erstmals arbeitete Roth hier zusammen mit den DLA-Finanzierungsexperten Dr. Wolfram Distler und Dr. Torsten Pokropp. Distler kam 2012 von Linklaters, wo er zuletzt als Managing Associate ebenfalls bei Projektfinanzierungen tätig war. Auch Linklaters zählt mit dem Team um Jan Endler schon seit der ersten A-Modell- Welle vor mehr als zehn Jahren zum engsten Kreis der Autobahnprojektberater. Bei der A94 hat Linklaters nach Marktinformationen das unterlegene Konsortium um den französischen Baukonzern Vinci beraten. In der Vergangenheit vertraten sie oft Bieterkonsortien um Bilfinger, zum Beispiel bei der A1. Bei dieser Vergabe im Jahr 2008 war wiederum aufseiten der Banken Allen & Overy-Partner Dr. Peter Stenz, der auch diesmal die Geldgeber beriet. Als ergänzender Berater für die Europäischen Investitionsbank war zum dritten Mal Clifford Chance-Partner Beda Wortmann tätig, der aber auch regelmäßig auf Bieterseite mit Vinci zu sehen ist. Zwar gibt es auf Bieterseite einen gesetzten Kreis von Beratern, doch je nach Zusammensetzung des Baukonsortiums gibt es Wechsel im Berater-Lead. Aktiv in der Szene ist auch Friedrich Hausmann von PricewaterhouseCoopers Legal, der zum Beispiel ein Konsortium um Hochtief beim Ausbau der A7 im Norden unterstützte.

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Alexander Herrmann (Angerbauer Lindauer Hauf Rath)

Auf der Gegenseite bei der Vergabe der A94 war ein ebenso bekanntes Gesicht: Dirk Trautmann von Norton Rose Fulbright, der seit zwölf Jahren die Bundesrepublik Deutschland in den verschiedenen Vergaben im Schnellverkehr begleitet. Bei der A94 arbeitete er mit Thomas Mellmann im Bundesverkehrsministerium zusammen, der seit gut anderthalb Jahren das Referat ÖPP im Bundesfernstraßenbau führt, nachdem die langjährige Leiterin Tatjana Tegtbauer ein anderes Referat übernommen hat.

Beim Rechtsgeschäft rund um Autobahnprojekte treffen sie auf langjährige Inhouse-Experten: Chefjuristin Antje Désor ist schon seit mehr als zehn Jahren bei BAM PPP Deutschland tätig. Als erfahrene Expertin auf Auftraggeberseite gilt Donata Grafin von Looz bei der Autobahndirektion Südbayern. Sie stemmt Vergabeverfahren häufig mit ihrem Inhouse-Team. Vor allem bei Nachprüfungsverfahren arbeitet sie nach Marktinformationen regelmäßig mit Dr. Alexander Herrmann zusammen. Dieser wechselte erst zum Jahresbeginn von der Sozietät Dr. Gronefeld Thoma & Kollegen zur interdisziplinären Kanzlei Angerbauer Lindauer Hauf Rath. Hier bekommt er gesellschaftsrechtliche Unterstützung von Florian Behensky. Er hat ebenfalls schon in der vorherigen Staffel Erfahrung mit Autobahnvergaben und ÖPP-Modellen gesammelt.

Für die Verträge zum Bau des 33 Kilometer langen Streckenabschnitts in Südbayern wurde zum dritten Mal das Verfügbarkeitsmodell gewählt. Dabei übernimmt das erfolgreiche Bieterkonsortium über 30 Jahre die Planungs-, Bau-, Betriebsdienst- und Erhaltungsleistungen. Es muss auch einen Teil der Finanzierung stellen. Der ÖPP-Vertrag zur A94 konnte ganz geräuschlos abgeschlossen werden. Die Frist für Nachprüfungen ist verstrichen. (cg)

 

Berater Konsortium Isentalautobahn
Inhouse Recht BAM PPP Deutschland (Frankfurt):
Antje Désor (Head of Legal Services; Federführung), Christian Höche (Legal Manager)
Inhouse Recht Eiffage PPP (Düsseldorf):
Christoph Rudy (Senior Legal Counsel)
Inhouse Recht Berger Bau (Passau):
Peter Gross (Leiter Recht)
DLA Piper (Köln):
Dr. Frank Roth (Federführung Projektverträge/Vergaberecht), Dr. Wolfram Distler (Federführung Projektfinanzierung)

Berater Bayerische Landesbank, DekaBank Deutsche Girozentrale, DZ Bank, KfW IPEXBank , Europäischen Investitionsbank (EIB)
Allen & Overy (Frankfurt):
Dr. Peter Stenz (Federführung; Bank- und Finanzrecht)

Berater Europäische Investitionsbank (EIB)
Clifford Chance (Frankfurt):
Beda Wortmann (Federführung; Bank- und Finanzrecht)

Berater Autobahndirektion Südbayern
Inhouse Recht (München):
Donata Grafin von Looz (Leiterin der Abteilung 2A – Recht und Grunderwerb) – aus dem Markt bekannt
Angerbauer Lindauer Hauf Rath (München):
Dr. Alexander Herrmann, Florian Behensky – aus dem Markt bekannt

Berater Bundesrepublik Deutschland
Inhouse Recht (Bonn):
Thomas Mellmann (Referatsleiter StB 26, ÖPP im Bundesfernstraßenbau) – aus dem Markt bekannt
Norton Rose Fulbright (München):
Dirk Trautmann ( Federführung; Bank- und Finanzrecht)

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